Aktuell

Hatzidakis nennt vier Säulen für Griechenlands Rolle als Tor Europas

Beim Thessaloniki Metropolitan Summit hat Vizepremier Kostis Hatzidakis Griechenlands Kurs auf Energie, Logistik, künstliche Intelligenz und Produktion als strategische Schwerpunkte skizziert.

Am 4. September 2026 hat der griechische Vizepremier Kostis Hatzidakis beim Sixth Thessaloniki Metropolitan Summit in Thessaloniki Griechenland als südöstliches Tor Europas beschrieben und vier Schwerpunktfelder benannt: Energie, Logistik, künstliche Intelligenz und Produktion. Die Konferenz wurde von HazlisEconomist im Kongresszentrum Ioannis Vellidis ausgerichtet und stand unter dem Leitmotiv, die Anbindung und das Wachstum Südosteuropas Richtung 2030 zu gestalten.

Hatzidakis begründete die Zielsetzung mit der geografischen Lage Griechenlands und mit Investitionen der vergangenen Jahre in Netze, Häfen, Schienen und digitale Kapazitäten. Daraus könne eine Rolle als Drehscheibe für Energiezuflüsse, Gütertransit und technologische Wertschöpfung entstehen. Als Beispiele wurden Ausbaupläne in großen Hafenstandorten und Schienenkorridoren genannt sowie Vorhaben zur Stärkung der nationalen Daten- und Recheninfrastruktur, darunter das als Pharos AI Factory bezeichnete Projekt und der Supercomputer Daidalos. Die genannten Programme werden in Regierungs- und Branchenkreisen als Bausteine einer übergreifenden Innovations- und Industriepolitik dargestellt.

Im Bereich Energie hoben Redner und Berichte die Möglichkeit hervor, Griechenland als Knoten für Flüssigerdgasimporte in Richtung Zentral- und Südosteuropa zu positionieren. Dafür sind zusätzliche Speicher-, Netz- und Exportkapazitäten sowie langfristige Liefer- und Transitverträge erforderlich. Parallel wurde auf die notwendige Abstimmung mit europäischen Klimazielen verwiesen. In der Logistik gelten der Hafen von Thessaloniki und dessen bessere Anbindung an transeuropäische Verkehrskorridore als zentrale Hebel, um Umschlagzeiten zu senken und Versorgungsketten verlässlicher zu machen.

Die Aussagen des Vizepremiers sind als politische Zielmarken der Regierung zu lesen, nicht als bereits realisierte Maßnahmen oder verbindliche Zeitpläne. Konkrete Schritte könnten eine gezieltere Bereitstellung öffentlicher Mittel, Investitionsanreize für Industrie und Technologie sowie vertiefte Gespräche mit Partnern in der Europäischen Union und mit Drittstaaten umfassen. Risiken liegen in Verzögerungen bei Genehmigungen, in möglichen Engpässen beim Netzausbau und in einer Abhängigkeit von privaten Investitionsentscheidungen.

Die Debatte verschiebt den Fokus: Griechenland soll sich von einer vorwiegend regionalen Logistik- und Energierolle zu einem transregionalen Infrastruktur- und Technologieakteur entwickeln. Ob die Ambitionen im angekündigten Umfang tragfähig sind, wird von der Umsetzungsgeschwindigkeit, der Qualität der Projekte und der Einbindung der Wirtschaft abhängen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk