Wirtschaft

Überschüsse aus Erneuerbaren drücken Griechenlands Großhandelspreise – Exporte und Speicher als Puffer

Hohe Einspeisungen aus Photovoltaik und Wasserkraft senken die Day-Ahead-Preise in Griechenland deutlich. Netzbetreiber und ENTSO‑E verweisen auf mehr Stromexporte, Flexibilitätsbedarf und den beschleunigten Speicherzubau.

Starke Einspeisungen aus Photovoltaik und Wasserkraft haben in Griechenland die durchschnittlichen Großhandelspreise spürbar gesenkt. Besonders zur Mittagszeit zeigen sich im Day-Ahead-Markt ausgeprägte Preisdellen, wenn die solare Erzeugung hoch und die Nachfrage moderat ist. Überschüsse werden zunehmend grenzüberschreitend vermarktet; in weiteren Phasen stabilisiert der Netzbetreiber den Betrieb mit markt- und systemtechnischen Maßnahmen.

Der unabhängige Übertragungsnetzbetreiber ADMEE (Anexartetos Diacheiristes Metaphoras Elektrikes Energeias, international als ADMIE firmierend) berichtet, dass der Zubau erneuerbarer Kapazitäten seit 2024 die Spotpreise dämpft und zugleich den Bedarf an Flexibilität erhöht. ENTSO‑E dokumentiert in aktuellen Markt- und Saisonausblicken eine europaweite Ausweitung der Solar-PV-Leistung und vergleichbare Effekte in vielen Ländern: Treffen hohe Einspeisungen auf geringe Last, sinken die mittleren Großhandelspreise; bei knapper Flexibilität verstärken sich kurzzeitige Preissignale.

Für Griechenland weisen Marktberichte 2026 auf gestiegene Stromexporte hin, die Teile der Überschussproduktion aufnehmen. Entscheidend für die künftige Preiswirkung sind jedoch verfügbare Flexibilitätsoptionen: Batteriespeicher, regelbare Erzeugung, flexible Lasten sowie ausreichend grenzüberschreitende Kapazitäten zur Marktkopplung. Wo Speicherkapazität und Übertragung begrenzt sind, fallen die Preise in einzelnen Stunden sehr niedrig aus; das fordert die Erlösmodelle kleinerer Erzeuger und erhöht die Bedeutung von Absicherungsstrategien.

Für Endkunden bedeutet ein niedrigerer Day-Ahead-Durchschnittspreis nicht automatisch sinkende Rechnungen. Retail-Tarife enthalten Netzentgelte, Abgaben, Umlagen sowie Kosten aus Ausgleichs- und Regelenergiemärkten, die sich unabhängig vom Großhandel entwickeln können. Behörden und Marktakteure priorisieren daher zwei Handlungsfelder: beschleunigten Ausbau von Batteriespeichern und die bessere Nutzung bestehender sowie geplanter Interkonnektoren. Ergänzend werden marktorientierte Instrumente zur Steuerung von Angebot und Nachfrage – etwa Demand Response und wettbewerbliche Beschaffung von Systemdienstleistungen – ausgebaut.

Belegt sind die gesunkenen Großhandelsindikatoren und die beschriebenen Preisdellen im Day-Ahead-Markt, gestützt durch Statistiken von ADMEE und Analysen von ENTSO‑E. Zuschreibungen betreffen vor allem die Rolle von Stromexporte und Flexibilitätsoptionen bei der Aufnahme von Überschüssen. Prognostisch bleiben die Effekte auf Endkundenpreise sowie das Tempo des Speicher- und Netzausbaus. Der jüngste Verlauf zeigt jedoch klar: Die Integration großer Mengen Erneuerbarer senkt kurzfristig die Großhandelspreise in Griechenland und macht mittelfristig zusätzliche Infrastruktur sowie präzise Marktmechanismen erforderlich, um diese Vorteile verlässlich in das Gesamtsystem und zu Verbrauchern zu übertragen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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