Aktuell

Thessalien dringt auf eigenes Modell für die neue Gemeinsame Agrarpolitik

Die Regionalverwaltung hat in Larisa ein Positionspapier vorgestellt und fordert für Thessalien ein eigenes Umsetzungsmodell der Gemeinsamen Agrarpolitik 2028–2034 mit Fokus auf Wasser, Risikoabsicherung, Baumwolle und Viehhaltung.

Die Regionalverwaltung von Thessalien hat am 26. August 2026 in Larisa ein Positionspapier zur Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik 2028–2034 vorgestellt und verlangt für die Region ein eigenständiges Umsetzungsmodell innerhalb des nationalen Plans. Die Forderung wurde bei einer öffentlichen Informations- und Konsultationsveranstaltung im JOIST Innovation Park präsentiert und richtet sich an die nationale Regierung in Athen.

Als Begründung nennt die Regionalverwaltung strukturelle Besonderheiten Thessaliens: knappe Wasserressourcen, eine hohe Anfälligkeit für Extremwetter, die starke Bedeutung der Baumwolle in der Fruchtfolge sowie die Rolle der Viehhaltung für Beschäftigung und Einkommen. Vorgesehen sind unter anderem ein regional ausgewiesenes Förderkapital im nationalen Strategieplan, gezielte Zahlungsinstrumente für Baumwolle und Viehhaltung, ein zoniertes Modell der Wasserbewirtschaftung sowie ausgebaute Programme der Risikoversicherung gegen Naturgefahren.

Mit dem Vorstoß will die Regionalverwaltung von Thessalien die Spielräume nutzen, die ein nationaler Strategieplan für regional differenzierte Schwerpunkte lässt. Ein eigenständiges Umsetzungsmodell würde bedeuten, dass Prioritäten, Maßnahmenkombinationen und Mittelansätze explizit an die agrarstrukturellen Bedingungen der Ebene von Larisa und angrenzender Gebiete angepasst werden. Die vorgeschlagene zonierte Wasserbewirtschaftung zielt darauf, Bewässerung und Grundwasserschutz regional zu steuern; flankierend sollen Instrumente der Risikoversicherung Ernte- und Bestandsausfälle infolge von Naturgefahren besser abfedern.

Die Initiative wurde von der politischen Spitze der Region gemeinsam mit der Regionalabteilung für den Primärsektor und mehreren Fachleuten mit agrarökonomischer Expertise erläutert. Ergänzend kündigte die Regionalverwaltung eine elektronische Konsultation mit Landwirtinnen und Landwirten, Genossenschaften und Branchenverbänden an, um Anregungen für die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik in Thessalien aufzunehmen. Konkrete finanzielle Zusagen oder verbindliche operative Zuschnitte liegen derzeit nicht vor.

Die Anerkennung eines eigenständigen Umsetzungsmodells für Thessalien würde Verhandlungen mit der nationalen Regierung erfordern und könnte die Verteilung von Direktzahlungen und Fördermitteln beeinflussen. Konfliktlinien sind absehbar bei der Priorisierung regionaler Ziele gegenüber EU-Vorgaben, bei der technischen Konstruktion eines regionalen Förderkapitals im Rahmen des nationalen Plans sowie bei Wirksamkeitsnachweisen für regionale Instrumente. Der Vorgang betrifft primär die Region Thessalien. Nationale Beschlüsse zur Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik in Griechenland für die Periode 2028–2034 stehen weiterhin aus; die nun vorgelegte Position markiert den Auftakt eines politischen Aushandlungsprozesses mit offenem Ergebnis.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk