Auf Rhodos haben am 27. August 2026 der Präsident der Region Südliche Ägäis, Giorgos Hatzimarkos, und der griechische Minister für Schifffahrt und Inselpolitik, Vassilis Kikilias, die Prüfung einer neuen regelmäßigen Fährlinie zwischen den Kykladen und den Dodekanes verabredet. Nach übereinstimmenden Berichten soll die Verbindung Passagiere und Fracht bedienen und insbesondere die vier Inseln mit internationalen Flughäfen – Mykonos, Santorin, Kos und Rhodos – besser verknüpfen. Als mögliche Zwischenhalte wurden Syros, Naxos, Anafi und Astypalea genannt. Ein formaler Beschluss, eine Ausschreibung oder eine konkrete Linienführung wurden nicht verkündet.
Die Teilnehmer betonten laut regionalen Mitteilungen die Versorgungssicherheit der Inseln, kürzere Wege im Alltagsverkehr sowie eine robustere Vernetzung touristischer Knotenpunkte als Ziele des Projekts. Ein verbindlicher Zeitplan liegt nicht vor. In Medienberichten wurde 2027 als mögliches Zieljahr für einen ersten Betrieb genannt; diese Angabe ist politisch adressiert und bislang nicht durch Vergabeschritte oder Verträge unterlegt. Auch zur Finanzierung und zu Tarifstrukturen wurden am 27. August keine belastbaren Details veröffentlicht.
Parallel schreiten Projekte zur elektrischen Netzanbindung der Inseln voran. Der Übertragungsnetzbetreiber ADMIE meldete am 1. Juli 2026 den konstruktiven Abschluss der elektrischen Verbindung der südlichen Kykladen. Damit sind unter anderem Santorin, Folegandros, Milos und Serifos an das Festlandsnetz angeschlossen. Für weitere Abschnitte – darunter Vorhaben mit Bezug zu den Dodekanes und zum Nordostägäischen Meer – hat ADMIE nach eigenen Angaben im Frühjahr und Sommer 2026 Ausschreibungen durchgeführt und Angebote bewertet. Die Interkonnektoren sollen die Versorgungssicherheit erhöhen, systemische Kosten senken und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern.
Das Treffen auf Rhodos ist ein politischer Impuls, kein vollzogener Infrastrukturentscheid. Nächste notwendige Schritte wären Machbarkeitsstudien zu Nachfrage, Schiffs- und Hafeninfrastruktur, Umweltwirkungen und Betriebsmodellen sowie die Vorbereitung und Durchführung von Vergaben. Ohne diese Grundlagen bleiben Aussagen zu Startterminen und Routen vorläufig. Die parallelen Stromprojekte verbessern zwar die strukturellen Rahmenbedingungen im Archipel, ersetzen aber nicht die wirtschaftlichen und regulatorischen Entscheidungen, die für den Betrieb einer neuen Fährlinie zwischen Kykladen und Dodekanes erforderlich sind.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).