Aktuelle Daten und Berichte mehrerer Institutionen legen nahe, dass sich der griechische Wohnungsmarkt weiter zuspitzt: Der anhaltende Tourismusboom und zusätzliche Nachfrage aus dem Ausland treiben Mieten und Immobilienpreise in die Höhe, während Einkommen vieler Haushalte nicht im selben Tempo wachsen. Darauf verweisen neue Veröffentlichungen der Hellenischen Statistikbehörde ELSTAT, der Europäischen Kommission, des Internationalen Währungsfonds und der Bank of Greece.
ELSTAT hat jüngst Zahlen zu Beherbergungen und experimentelle Auswertungen zu Kurzzeitvermietungen publiziert. Sie deuten darauf hin, dass die Plattformökonomie die Verfügbarkeit von langfristig vermietbarem Wohnraum insbesondere in stark besuchten Gebieten verringert. Die Europäische Kommission attestiert Griechenland in ihrem aktuellen Länderbericht steigenden Druck auf Haushaltsbudgets durch Wohnkosten: In mehreren Städten und auf beliebten Inseln übertreffen Miet- und Preissteigerungen die Einkommensentwicklung.
Der Internationale Währungsfonds beschreibt in seinem jüngsten Länderpapier eine Nachfragebündelung in touristischen Zentren und Vierteln mit hoher Attraktivität für ausländische Käufer. Dies treibt die Preise in Athen und auf Inseln wie Mykonos überdurchschnittlich. Besonders betroffen sind Mieterinnen und Mieter mit mittleren und niedrigen Einkommen, für die Wohnkosten einen wachsenden Anteil am verfügbaren Einkommen beanspruchen.
Die Bank of Greece meldet für die jüngsten Quartale weiter steigende Immobilienpreise und eine beschleunigte Mietinflation. In Analysen und Reden verweist sie auf strukturelle Knappheiten: zu wenig Neubau im erschwinglichen Segment, ungenutzte Leerstände und eine Ausweitung der Kurzzeitvermietungen in Lagen mit hoher Zahlungsbereitschaft. Die Notenbank verweist zugleich darauf, dass das Wachstum der tourismusnahen Branchen die Gesamtwirtschaft stützt – mit dem Risiko einer weiteren Entkopplung zwischen Einkommen vor Ort und Wohnkosten.
Politisch gewinnt die Debatte über Gegenmaßnahmen an Tempo. Diskutiert werden strengere Regeln für Kurzzeitvermietungen, steuerliche Anreize zur Aktivierung leerstehenden Wohnraums, gezielte Miet- und Wohngeldinstrumente sowie Programme für leistbaren Neubau und Sanierung. Ob und in welcher Kombination die griechische Regierung dies umsetzt, ist offen.
Die Faktenlage ist klar: Statistische Reihen zeigen steigende Mieten und Immobilienpreise; Analysen ordnen die Treiber Tourismus, ausländische Nachfrage und begrenztes Angebot ein. Bewertungen und Empfehlungen stammen von den genannten Institutionen. Welche Wirkung künftige Eingriffe entfalten, bleibt eine Prognose – sie hängt von Ausgestaltung, Kontrolle und regionalen Besonderheiten des Wohnungsmarkts ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).