Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat in seiner wöchentlichen Sonntagsbilanz am 23. August 2026 eine weitere vorzeitige Tilgung von Staatsschulden in Höhe von 13 Milliarden Euro für dieses Jahr angekündigt. Der Abbau der Verschuldung sei nicht nur eine technische Aufgabe, sondern eine „nationale Befreiung“, sagte Mitsotakis. Ziel seien eine niedrigere Zinslast und ein geringeres Risiko für künftige Generationen. Weitere Details zu Zeitplan und Instrumenten der Tilgung nannte er nicht.
Zu den Waldbränden dieses Sommers erklärte Mitsotakis, seit Anfang August seien mehr als 500 Brände ausgebrochen; seit Beginn der Waldbrandsaison habe es rund 2.700 Einsätze gegeben. Zeitweise hätten anhaltend starke Winde die Brandbekämpfung erschwert und den Einsatz von Löschflugzeugen verhindert. Nach erster Einschätzung seien die verbrannten Flächen geringer als in vergleichbaren Jahren und im Vergleich zu anderen Ländern des Mittelmeers. Präzisierende Lagedaten sollen die Katastrophenschutzbehörden liefern.
In der Energiepolitik verwies der Regierungschef auf Fortschritte bei der elektrischen Verbindung Zypern–Griechenland, die die Versorgungssicherheit stärken soll. Die Regierung sieht das Projekt als Baustein für mehr Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Stromsystems. Weitere energie- und infrastrukturpolitische Maßnahmen stellte Mitsotakis in Aussicht, ohne im Detail auf neue Fristen oder Investitionsvolumina einzugehen.
Bei Verbraucherschutz und Landwirtschaft skizzierte er Vorhaben zur Entlastung von Haushalten und Betrieben. Dazu gehören nach Regierungsangaben eine digitale Abwicklung von Direktzahlungen an Landwirte einschließlich früher Auszahlungen, Regeln gegen den sogenannten „energetischen Tourismus“ bei Stromschulden sowie die gesetzliche Verankerung eines „Rechts auf Vergessenwerden“ für ehemals an Krebs Erkrankte fünf Jahre nach Abschluss der Behandlung. Diese Punkte wurden als laufende oder geplante Initiativen umrissen.
Außenpolitisch bekräftigte Mitsotakis mit Blick auf die Türkei die Bereitschaft zum Dialog, betonte jedoch, Gespräche bedeuteten keinen Verzicht auf nationale Rechte. Konkrete neue Verhandlungsschritte stellte er nicht vor.
Die angekündigte vorzeitige Tilgung in Höhe von 13 Milliarden Euro unterstreicht den konsolidierungsorientierten Kurs der Regierung. Ob und in welchem Umfang sich dadurch die Zinskosten des Staates bereits 2026 verringern, hängt von der Ausgestaltung der Transaktion und der Reaktion der Kapitalmärkte ab.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).