Nördliche Ägäis

Lesbos: Bauernverband ruft zu neuen Protesten wegen Maul- und Klauenseuche auf

Auf Lesbos mobilisiert die Föderation der landwirtschaftlichen Vereinigungen für Demonstrationen zum angekündigten Besuch eines Regierungsvertreters Anfang September und verlangt verbindliche Schritte gegen die Maul- und Klauenseuche.

Die Föderation der landwirtschaftlichen Vereinigungen von Lesbos hat am 1. September 2026 zu neuen Demonstrationen aufgerufen. Der Verband kündigte an, den für Anfang September erwarteten Besuch eines stellvertretenden Regierungsvertreters für Landwirtschaft mit einer Großkundgebung zu begleiten. Gefordert werden „definitive Lösungen mit verbindlichem Zeitplan“, um die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche einzudämmen und die betroffenen Betriebe wirtschaftlich zu stabilisieren. Laut Berichten von Agrotypos und ERT News richtet sich der Protestaufruf an Viehhalterinnen und Viehhalter im gesamten Inselgebiet der Nördlichen Ägäis.

Hintergrund sind fortgesetzte Infektionsfälle und die Sorge zahlreicher Klein- und Mittelbetriebe auf Lesbos um ihre Existenz. Das Landwirtschaftsministerium hat eine epidemiologische Bewertung für die Insel vorgelegt, die den Zeitraum vom 15. März bis 22. Juli 2026 abdeckt und am 1. August 2026 dokumentiert wurde. Die Behörde betont die hohe Kontagiosität der Tierseuche bei Wiederkäuern und beschreibt verbreitete Übertragungswege. Konkrete Schlussfolgerungen für zusätzliche Impf- oder Kontrollmaßnahmen enthält die öffentliche Zusammenfassung nur in allgemeiner Form.

Die neuen Aufrufe knüpfen an frühere Aktionen an, darunter Kundgebungen und eine symbolische Besetzung der Regionalverwaltung in Mytilini. Die Verbände verlangen unter anderem die Prüfung und Vorbereitung einer systematischen Impfstrategie als Ergänzung zu Bewegungsbeschränkungen, eine schnellere und vollständige Auszahlung von Entschädigungen an betroffene Herden sowie personelle Konsequenzen auf regionaler Ebene. Nach Angaben aus Ministeriumskreisen und lokalen Medien sollen bereits Teilauszahlungen geleistet worden sein; Umfang und Zeitplan werden von Verbandsvertretern und Behörde jedoch unterschiedlich dargestellt.

Politisch steht die Regierung vor dem Zielkonflikt zwischen strikter Seuchenbekämpfung und der Aufrechterhaltung der Produktion. Harte Eingriffe wie regionale Sperrzonen und Tötungen können kurzfristig das Infektionsrisiko senken, verschärfen aber Liquiditätsengpässe und Marktverwerfungen. Vertreter der Tierhalterinnen und Tierhalter verweisen auf wissenschaftliche Einschätzungen, die Impfungen als ergänzendes Instrument nahelegen. Deren Umsetzung setzt indes Entscheidungen auf nationaler und europäischer Ebene sowie belastbare Logistik voraus.

Ob der angekündigte Besuch auf Lesbos zu einem verbindlichen Maßnahmenplan führt, ist offen. Die Föderation fordert vorab klare Zusagen zu Entschädigungen, Hygiene- und Kontrollstandards, zu einer möglichen Impfstrategie und zu mehr Personal in der Veterinärverwaltung. Bis dahin hält sie an der Mobilisierung fest und bereitet Demonstrationen zum Besuchstag vor.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk