Griechenland hat seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2024 um 7,6 Prozent auf 3,62 Milliarden Euro erhöht. Das geht aus endgültigen Indikatoren hervor, die das Nationale Dokumentationszentrum (EKT) am 3. September 2026 vorgelegt und an Eurostat übermittelt hat. Der Zuwachs entspricht rund 256 Millionen Euro gegenüber 2023.
Mit dem Mittelaufwuchs stieg auch die Forschungsintensität der Volkswirtschaft: Der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt lag 2024 den Angaben zufolge bei etwa 1,53 Prozent. Das übertraf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, für die das EKT ein BIP‑Plus von 5,4 Prozent für 2024 nennt.
Die Finanzierung stützte sich auf mehrere Quellen. In absoluten Zahlen dominierten Beiträge der Unternehmen. Zusätzlich flossen Mittel aus dem regulären Staatsbudget sowie aus Programmen der Europäischen Union und nationalen Förderinstrumenten. Die Veröffentlichung ordnet die Ausgaben und Finanzierungsströme den vier Sektoren Unternehmen, Hochschulen, staatlicher Sektor und private gemeinnützige Institutionen zu.
Trotz höherer Budgets verzeichnete das EKT einen Rückgang beim in Forschung und Entwicklung beschäftigten Personal, gemessen in Vollzeitäquivalenten. Das gesamte Personal sank 2024 auf 69.124 Vollzeitäquivalente nach 73.263 im Vorjahr (minus 5,7 Prozent). Das reine Forschungspersonal verringerte sich auf 50.892 Vollzeitäquivalente, was einem Rückgang um 6,9 Prozent entspricht. Die Behörde nennt sektorale Unterschiede, bestätigt aber den übergreifenden Trend eines sinkenden Personalbestands.
Die Kombination aus steigenden Ausgaben und rückläufiger Beschäftigung verweist auf Engpässe bei der Kapazitätsentwicklung. Höhere Investitionen treffen auf knappe personelle Ressourcen, was die Umsetzung von Projekten, die Verwertung von Forschungsergebnissen und die langfristige Innovationskraft beeinträchtigen kann. Als mögliche Einflussfaktoren werden in der Fachdebatte die Wettbewerbsfähigkeit des Arbeitsmarkts, demografische Effekte, befristete Projektverträge und internationale Abwanderung genannt; das EKT selbst beschränkt sich auf die Darstellung der Messgrößen.
Die jetzt veröffentlichten Daten sind Teil der nationalen Statistikproduktion für Eurostat. Ergänzende Tabellen und die Kurzpublikation Basiskennzahlen Forschung und Entwicklung 2024 erläutern Definitionen und Methoden, darunter die Abgrenzung der Vollzeitäquivalente sowie die Berechnung der Forschungsintensität als Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Damit liegt für 2024 eine konsolidierte Datengrundlage zur Entwicklung von Forschung und Entwicklung in Griechenland vor, die internationale Vergleiche ermöglicht und politische Entscheidungen über Prioritäten, Finanzierung und Fachkräftebedarf empirisch unterfüttert.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).