Griechenlands Nationale Behörde für öffentliche Gesundheit (EODY) hat in ihrem Wochenbericht bis zum 2. September 58 neue bestätigte Infektionen mit dem West-Nil-Virus und fünf weitere Todesfälle gemeldet. Seit Beginn der diesjährigen Überwachungsperiode summieren sich die laborbestätigten Fälle landesweit auf 290, die Zahl der im Zusammenhang mit der Infektion stehenden Todesfälle auf 24.
Laut EODY wurden bis zum Stichtag Fälle aus 69 Gemeinden in 20 Regionalbezirken erfasst. Betroffen sind unter anderem Teile der Region Attika und von Thessalien. Die meisten Todesfälle traten bei älteren Menschen über 65 Jahren auf. Von den 290 gemeldeten Erkrankungen zeigten 199 klinische Manifestationen des zentralen Nervensystems, insbesondere Enzephalitis, Meningitis oder eine akute schlaffe Lähmung. 91 weitere Verläufe waren milde oder ohne neurologische Symptome.
Die Behörde ordnet die Lage weiterhin als saisonal erwartbar, aber ernst ein. Sie ruft Kommunen und Bezirke zu konsequenter Vektorbekämpfung auf und empfiehlt der Bevölkerung Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche, etwa körperbedeckende Kleidung, Repellentien und das Beseitigen stehenden Wassers. Kliniken und Praxen sollen bei ungeklärten Fieber- und ZNS-Symptomen in der warmen Jahreszeit gezielt an das West-Nil-Virus denken, besonders bei älteren Patientinnen und Patienten sowie bei Vorerkrankten.
Für die Blutversorgung gelten in betroffenen Gebieten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen. Das Nationale Blutspendezentrum (EKEA) hat die Blutsicherheit während der Übertragungsperiode durch Test- und Rückstellregelungen ergänzt. EODY und EKEA stimmen sich dabei mit regionalen Gesundheitsdiensten ab, um Risiken für Empfängerinnen und Empfänger zu minimieren.
Im Gesundheitswesen zeigen sich kurzfristig steigende Anforderungen an Notaufnahmen, Neurologie und Intensivstationen, wenn schwere neuroinvasive Verläufe auftreten. Mittelfristig betont EODY die Bedeutung einer engmaschigen Surveillance, die fortlaufende Bewertung kommunaler Risikogebiete und den zielgerichteten Einsatz von Mückenbekämpfungsprogrammen. Die Ausweisung einzelner Gemeinden als Bereiche erhöhter Expositionsgefahr wird entsprechend der aktuellen Falldichte laufend angepasst.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf die Meldungen bis einschließlich 2. September. Sie bilden den jüngsten Stand der behördlichen Lageeinschätzung ab und können mit dem weiteren Verlauf der Saison fortgeschrieben werden. EODY verweist darauf, dass die individuelle Gefährdung stark vom lokalen Mückenaufkommen und vom Schutzverhalten abhängt und dass präventive Maßnahmen den wirksamsten Schutz vor einer Infektion bieten.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).