Die Fristen für die Abgabe verbindlicher Angebote in den laufenden Ausschreibungen zur Öffnung der regionalen Busverkehre sind in Griechenland erneut verlängert worden. Das berichten TA NEA und Kathimerini übereinstimmend am 24. August 2026. Betroffen sind acht Regionen, darunter Kreta. Die Verfahren zielen darauf ab, Leistungen auf bislang von KTEL dominierten Linienbündeln wettbewerblich zu vergeben.
Laut TA NEA verteilen sich die neuen Einreichungsdaten über die zweite Septemberhälfte 2026 und unterscheiden sich je nach Gebiet. Genannt werden unter anderem Zentralmakedonien, Epirus, Ostmakedonien und Thrakien, Westmakedonien, die Ionische Inseln, Westgriechenland, die Peloponnes sowie Kreta. Damit setzt sich eine Serie zeitlicher Anpassungen fort, die den Ablauf der seit Monaten vorbereiteten Vergaben prägen. Kathimerini spricht in diesem Zusammenhang von „neuen Verzögerungen“.
Rechtlicher Rahmen der Verfahren ist die Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 über öffentliche Personenverkehrsdienste. Zuständig für die Durchführung sind die jeweiligen Regionen, die dabei mit dem Ministerium für Infrastruktur und Verkehr zusammenarbeiten. Ziel ist es, langjährige Exklusivrechte der KTEL in zeitlich befristete, leistungsgebundene öffentliche Dienstleistungsaufträge zu überführen. Bewertet werden nach Angaben aus den Berichten unter anderem Fahrzeuganforderungen (Alter, Barrierefreiheit, Emissionen), die Verfügbarkeit von Betriebshöfen, Personalqualifikationen sowie Serviceindikatoren wie Pünktlichkeit und Angebotsdichte. Vertragsstrafen bei Nichterfüllung sind vorgesehen.
Als Gründe für die aktuelle Verlängerung nennen die Medien die Komplexität der Unterlagen, zahlreiche Bieterfragen und Verfahrensschritte im Rechtsschutz. In einzelnen Regionen erschwert demnach auch die Bündelung heterogener Liniennetze sowie die Festlegung von Risikoteilungsmechanismen (Erlös- und Nachfragerisiken) die Kalkulation. Branchenvertreter verweisen zugleich auf hohe Investitionserfordernisse für Flottenmodernisierung und digitale Systeme, die zusätzliche Vorlaufzeit nötig machten. Ob die neuen Termine die Verfahren stabilisieren oder weiteren Einsprüchen Raum geben, bleibt offen und hängt von der Prüfung der eingehenden Angebote ab.
Für Fahrgäste ändert sich kurzfristig nichts: Bis zum Zuschlag gelten Übergangs- oder Bestandsregelungen, die Kontinuität im Betrieb sichern sollen. Mittelfristig erwarten die Auftraggeber eine Erneuerung der Fahrzeugflotten, dichtere Takte auf nachfragestarken Relationen und klarere Qualitätsstandards. Auf Kreta und in Regionen wie Zentralmakedonien oder auf den Ionische Inseln werden die Beschlüsse der nächsten Wochen maßgeblich bestimmen, wann neue Verträge starten können und wie sich Wettbewerb und Angebot konkret auswirken.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).