Wirtschaft

Erneuerbare drücken Großhandelspreise: Griechenlands Strommarkt profitiert, strukturelle Lücken bleiben

Hohe Einspeisung aus Wind, Sonne und Wasser hat 2026 wiederholt zu niedrigeren Stromgroßhandelspreisen in Griechenland geführt. EU‑nahe Analysen nennen in einzelnen Stunden Spreizungen von bis zu etwa 70 Euro je MWh gegenüber Mitteleuropa –…

Griechenland hat 2026 an zahlreichen Tagen von starker Einspeisung aus erneuerbaren Energien profitiert: Wenn Wind- und Solaranlagen viel liefern, fällt der Preis am Day‑Ahead‑Markt spürbar. In Auswertungen europäischer und nationaler Stellen werden für einzelne Stunden Preisabstände von bis zu etwa 70 Euro je Megawattstunde gegenüber Mitteleuropa genannt. Das erklärt, warum der griechische Großhandelsstrommarkt phasenweise zu den günstigeren in der EU zählte.

Die Mechanik ist etabliert: Anlagen für erneuerbare Energien (APE; griechisch: Ananeosimes Peges Energeias) speisen mit nahezu null Grenzkosten ein und drücken damit die Merit-Order. Die European Environment Agency (EEA) beschreibt für EU‑Staaten deutliche Preisdämpfungen bei hoher Erzeugung aus Wind und Photovoltaik. Die International Energy Agency verweist ebenfalls darauf, dass Erzeugungsspitzen aus Erneuerbaren kurzfristig die Großhandelspreise senken, die Preissetzung in Stunden geringer Einspeisung aber weiter von flexiblen konventionellen Anlagen geprägt bleibt.

Gleichzeitig bestehen strukturelle Grenzen, die auch in Südosteuropa wirken. Die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) meldet fortbestehende Engpässe bei grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten und eine unvollständige Marktkopplung. Das begünstigt regionale Preisinseln und erschwert es, Überschüsse aus Griechenland effizient in Nachbarländer zu exportieren oder umgekehrt in Flauten zu importieren.

Nationale Analysen wie The Green Tank dokumentieren für die Monate Anfang 2026 ausgeprägte Stundenmuster: In Phasen hoher Solar- und Winderzeugung fallen die Day‑Ahead‑Preise deutlich, während bei Bewölkung oder Flaute wieder höhere Niveaus sichtbar werden. Für Haushalte und Unternehmen bedeutet das kurzfristige Entlastung in Zeiten starker APE‑Einspeisung. Dauerhaft niedrige Endpreise ergeben sich daraus jedoch nicht automatisch, weil Steuern, Abgaben und Netzentgelte einen großen Anteil an den Rechnungen ausmachen – darauf verweist Eurostat in seinen Marktbeobachtungen grundsätzlich seit Jahren.

Einordnung nach Quelle und Zeithorizont: Unstrittig ist, dass Erneuerbare in der Stundenpreissetzung senkend wirken. Zugeschrieben wird der jüngsten Spreizung gegenüber Mitteleuropa neben der hohen APE‑Einspeisung auch der begrenzten Transport- und Flexibilitätsinfrastruktur. Prognosen der European Environment Agency, von ACER und der International Energy Agency heben hervor: Erst zusätzlicher Netzausbau, Speicher, Lastmanagement und mehr Marktkopplung können Preisschwankungen dämpfen und die Vorteile der Erneuerbaren verlässlicher bis zu den Endkunden tragen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk