Wirtschaft

Erneuerbare dämpfen Strompreise: Griechenland im EU-Vergleich günstiger

Ein wachsender Anteil von Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft senkt in Griechenland die Stromkosten und reduziert die Abhängigkeit von Gaspreisschwankungen. Eurostat und die Europäische Umweltagentur belegen für 2025/2026 einen dämpfenden Effekt auf Preise und Volatilität.

Griechenlands Strompreise haben sich seit 2025 im EU-Vergleich verbilligt. Ausschlaggebend sind ein höherer Anteil erneuerbarer Erzeugung und ein vergleichsweise geringer Steuer- und Abgabenanteil an den Endkundenpreisen. Das zeigt eine Eurostat-Mitteilung vom 5. Mai 2026, die für die zweite Jahreshälfte 2025 stabile Haushaltsstrompreise in der EU ausweist und Griechenland mit einer unterdurchschnittlichen Belastung durch Steuern und Abgaben einordnet.

Die Europäische Umweltagentur bestätigt den Wirkungskanal: In einer Bewertung Anfang 2026 führt sie aus, dass der Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft den Einfluss internationaler Gaspreisschwankungen auf die Strommärkte mindert. Für die ersten 16 Wochen des Jahres 2026 schätzt die Behörde, dass ein höherer Anteil erneuerbarer Erzeugung den durchschnittlichen Großhandelsstrompreis in den betroffenen EU-Staaten senkte und die Volatilität verringerte. Begründet wird dies mit den nahezu null variablen Kosten vieler erneuerbarer Anlagen, die im Markträumungsprozess preisdämpfend wirken.

Eine Präsentation der Hellenic Association for Energy Economics (HAEE) aus Juli 2026 ordnet die Preisentwicklung aus griechischer Sicht ein. Demnach lag der Anteil von Steuern und Abgaben an den Haushaltsendpreisen in Griechenland zuletzt bei rund 8 Prozent. Die HAEE stellt zudem unterschiedliche Effekte für Verbrauchergruppen heraus: Standardisierte Haushaltstarife profitieren stärker von der dämpfenden Wirkung der Erneuerbaren und der niedrigen Abgabenlast als industrielle Abnehmer mit individuellen Lastprofilen. Preisbänder für Haushalte und Nicht-Haushalte sowie die Zusammensetzung der Preisbestandteile werden getrennt ausgewiesen.

Einordnung und Folgen: Kurzfristig entlastet eine höhere heimische Produktion aus Erneuerbaren die Verbraucher und verringert die Importabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Zugleich steigen die Anforderungen an Netzintegration, Redispatch sowie den Ausbau von Speicher- und Netzkapazitäten, um fluktuierende Einspeisung systemstabil und kosteneffizient zu managen. Wie sich die Endkundenpreise weiter entwickeln, hängt vor allem von der Gaspreisentwicklung, dem Tempo des Netzausbaus und der Förderpolitik ab. Verlässliche Prognosen erfordern fortlaufende Markt- und Systemdaten; quantitative Vorhersagen bleiben daher unsicher.

Tatsachen in diesem Bericht stützen sich auf die genannten Veröffentlichungen von Eurostat, der Europäischen Umweltagentur und der HAEE. Aussagen zu Ursachen-Wirkungs-Zusammenhängen sind den jeweiligen Institutionen zugeschrieben; weitergehende Preisprognosen werden nicht getroffen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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