Griechenlands Ministerium für Migration und Asyl hat am 23. August 2026 bekräftigt, dass die jüngsten Verlegungen von Geflüchteten und Migranten von Kreta auf Inseln der Nördlichen Ägäis zeitlich befristet sind. Nach Angaben des Ministeriums dienen die Transporte der Identifizierung sowie dem medizinischen und sicherheitsbezogenen Screening; eine dauerhafte Unterbringung auf den betroffenen Inseln sei nicht vorgesehen. Personen sollen nach Abschluss der Verfahrensschritte auf das Festland verteilt oder – soweit rechtlich zulässig – zurückgeführt werden.
Auslöser der Klarstellung waren Transfers per Schiff, die in den vergangenen Tagen von Häfen auf Kreta in Richtung Nördliche Ägäis organisiert wurden. Der öffentlich-rechtliche Sender ERT berichtete am 23. August von der Überstellung von 417 Personen nach Samos und Lesbos. Das Ministerium betonte, die Maßnahmen erfolgten im Rahmen einer proportionalen Lastensteuerung, um überlastete Einrichtungen auf Kreta zu entflechten und Abläufe zu beschleunigen.
Kommunalvertreter aus Samos und Lesbos forderten angesichts der Verlegungen verlässliche Zeitpläne für die Weiterleitung auf das Festland, Zusagen zur Nichtetablierung dauerhafter Unterkünfte sowie Unterstützung bei Logistik und Gesundheitsdiensten. Hintergrund ist die langjährige besondere Beanspruchung der Inseln durch Ankünfte über See und die Sorge vor einer schleichenden Kapazitätsausweitung.
Die Transfers fügen sich in ein landesweites Management anhaltender irregulärer Ankünfte seit 2023. Kreta ist dabei zu einem häufigen Anlaufpunkt geworden, wenn Boote aus der östlichen und südöstlichen Mittelmeerroute Griechenland erreichen. Die Behörden setzen auf schnellere Erstaufnahmeprozesse, stärkere Koordination zwischen Inseln und Festland sowie auf zusätzliche Unterbringungs- und Transportkapazitäten.
Nach Darstellung des Ministeriums ist die enge Abstimmung mit der Küstenwache, den betroffenen Gemeinden und nationalen Diensten zentral, um Engpässe zu vermeiden. Perspektivisch verweist Athen zudem auf die Zusammenarbeit mit der EU, etwa bei der Finanzierung von Infrastruktur und beim Kapazitätsaufbau in Asyl- und Rückführungsverfahren. Offene Punkte bleiben die konkrete Taktung der Transfers sowie deren Bindung an belastbare Aufnahmekapazitäten auf dem Festland.
Der aktuelle Nachrichtenanlass ist die Regierungszusage, die Inseln der Nördlichen Ägäis nicht dauerhaft mit zusätzlichen Unterkünften zu belasten. Ob die Entlastung Kretas gelingt, hängt von der zügigen Weiterverlegung und der Verfügbarkeit von Plätzen auf dem Festland ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).