Gesundheit

Analyse belegt akute Personallücken in Nordgriechenlands Krankenhäusern

HealthStat.gr und die Gewerkschaft POEDHN melden zahlreiche unbesetzte Stellen und eingeschränkte Kapazitäten in Kliniken Nordgriechenlands. Das Gesundheitsministerium verweist auf laufende Einstellungen.

Eine am 1. September 2026 veröffentlichte Bestandsaufnahme von HealthStat.gr, gestützt auf Unterlagen der Gewerkschaft POEDHN, dokumentiert gravierende Engpässe im öffentlichen Gesundheitswesen Nordgriechenlands. Vor Beginn der Internationalen Messe von Thessaloniki werden Hunderte unbesetzte Planstellen in Krankenhäusern der Regionen Zentralmakedonien, Westmakedonien sowie Ostmakedonien und Thrakien aufgeführt. Die Folge sind eingeschränkte Operationskapazitäten, teils geschlossene oder nur teilweise betriebene Intensivbetten und vermehrte Verschiebungen planbarer Eingriffe.

Konkrete Beispiele nennt die Erhebung aus mehreren Häusern. Am Universitätsklinikum AHEPA in Thessaloniki seien zahlreiche ärztliche und pflegerische Planstellen vakant; mehrere Operationssäle arbeiten demnach nur im eingeschränkten Modus. In Florina sei die pädiatrische Versorgung zeitweise von einer einzigen fest angestellten Fachärztin abhängig, was die Ausfallsicherheit der Dienstpläne mindert. Auch technische Dienste und Verwaltung seien in etlichen Kliniken unterbesetzt, was Abläufe zusätzlich bremse.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet die Unterdeckung längere Wartezeiten, besonders bei elektiven Operationen, und ein erhöhtes Risiko kurzfristiger Terminabsagen. Beschäftigte berichten laut POEDHN von dauerhaft erhöhter Arbeitsbelastung, Überstunden und kurzfristigen Personalverschiebungen zwischen Abteilungen. Die Gewerkschaft fordert umgehende Maßnahmen zur Sicherung der Grundversorgung und schließt weitere Proteste nicht aus.

Das Gesundheitsministerium verweist auf laufende Ausschreibungen und geplante Einstellungen im Jahr 2026. Zugleich räumen Ministeriumsvertreter Verzögerungen im Verfahren und regionale Ungleichgewichte bei der Besetzung ein. Als kurzfristige Entlastung werden in der Debatte temporäre Personalverfügungen zwischen Kliniken, beschleunigte Einstellungsverfahren sowie gezielte Anreize für Stellen in peripheren Standorten genannt. Langfristig sehen Fachleute den Bedarf an verlässlicher Personalplanung, attraktiveren Arbeitsbedingungen und modernerer Infrastruktur, um Abwanderung zu begrenzen und Rückkehr zu erleichtern.

Die vorliegende Darstellung trennt geprüfte Befunde von Bewertungen: Die Angaben zu unbesetzten Planstellen, reduzierten Operationssälen und eingeschränkten Intensivkapazitäten stammen aus der HealthStat.gr-Analyse und den von POEDHN referierten Klinikaufstellungen. Stellungnahmen des Gesundheitsministeriums sind als solche gekennzeichnet. Prognosen zu Wirkungen möglicher Maßnahmen bleiben ausdrücklich Einschätzungen von Expertinnen und Experten. Ein aktueller Anlass ist die frisch veröffentlichte Bestandsaufnahme; die Lagebeispiele verorten die Defizite in zentralen Einrichtungen Nordgriechenlands, darunter Thessaloniki und Florina.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk