In Kifisia haben am 20. August Angehörige, frühere Weggefährten und Vertreter des politischen Lebens Abschied von Stefanos Manos genommen. Der frühere Minister war am 15. August im Alter von 86 Jahren gestorben. Die schlichte Trauerfeier würdigte einen Politiker, der über Jahrzehnte Debatten in Griechenland prägte.
Stefanos Manos, 1939 in Athen geboren, gehörte über lange Zeit zur Nea Dimokratia und bekleidete zentrale Regierungsämter. Er war Minister für nationale Wirtschaft und Finanzen sowie Umweltminister. Später gründete er die Partei Die Liberalen und danach Drasi. Mit beiden Formationen suchte er, liberale Positionen programmatisch zu schärfen und in den parteipolitischen Wettbewerb einzubringen.
Sein Name ist mit tiefgreifenden Eingriffen in die Stadtentwicklung von Athen verbunden. Als verantwortlicher Regierungs- und Ressortpolitiker trieb er Projekte voran, die das Stadtbild dauerhaft beeinflusst haben: die Aufwertung des historischen Viertels Plaka, frühe Fußgängerzonen und Busspuren sowie die Konzeption und Förderung großer Infrastrukturvorhaben. Dazu zählen insbesondere die Athener Metro, der Ausbau des Flughafens bei Spata und die Stadtautobahn Attiki Odos. Bei diesen Vorhaben handelte es sich um langjährige Planungs- und Bauprozesse, deren Realisierung mehrere Regierungen umspannte.
Auf den Tod von Manos reagierten Staatsspitze und Parlament mit offiziellen Beileidsbekundungen. Das Büro des Ministerpräsidenten würdigte seine langjährige Tätigkeit im Kabinett und seine liberale Handschrift. Das Hellenische Parlament hob seine Rolle als profilierter Reformpolitiker hervor. Beide Zuschreibungen betonen den Beitrag von Manos zur Modernisierung staatlicher Strukturen; eine abschließende Bewertung seiner politischen Wirkung bleibt jedoch dem historischen Urteil vorbehalten.
Inhaltlich stand Manos für marktwirtschaftliche Reformen, Haushaltsdisziplin und Verwaltungsmodernisierung. Unterstützer sahen in ihm einen konsequenten Gestalter mit klaren Prioritäten; Kritiker verwiesen auf Konflikte innerhalb der Koalitionspraxis und auf soziale Spannungen, die einzelne Maßnahmen begleiteten. Unstrittig ist, dass mehrere seiner Initiativen langfristige Folgen für Mobilität, Stadtentwicklung und Infrastruktur im Ballungsraum Athen hatten. Die Trauerfeier in Kifisia führte diese Facetten eines politischen Lebens zusammen, das auf nationaler Ebene Spuren hinterlassen hat.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).