Das Weiße Haus hat am 13. Oktober 2026 Kimberly Guilfoyle, der US-Botschafterin in Athen, den Rücktritt nahegelegt. Die neue Pressesprecherin Katie Zacharia bestätigte dies in ihrer ersten offiziellen Unterrichtung der Hauptstadtpresse. Guilfoyle wies die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück und erklärte, ihre Zeit in Griechenland gehe zu Ende.
Hintergrund der Entscheidung sind Recherchen unter anderem des Wall Street Journal. Demnach sollen Nachrichtenverläufe den Eindruck erweckt haben, Guilfoyle habe vor ihrer endgültigen Bestätigung als Botschafterin einen politischen Spender gebeten, rund 100.000 US‑Dollar einer persönlichen American‑Express‑Rechnung zu übernehmen. Guilfoyle bestreitet, unzulässige Forderungen gestellt zu haben. Das US-Außenministerium bestätigte bis Redaktionsschluss weder disziplinarische Maßnahmen noch formelle Ermittlungen; unabhängig überprüfbare Details zu möglichen Prüfverfahren lagen nicht vor.
Die Personalie hat für Griechenland unmittelbare diplomatische Relevanz. Guilfoyle war in Athen sichtbar aufgetreten, betonte die Zusammenarbeit in Sicherheits- und Energiefragen und pflegte Kontakte zu Regierungsvertretern. Ein vorzeitiger Wechsel an der Spitze der Botschaft kann Abläufe kurzfristig bremsen, ändert aber nach bisheriger Einschätzung nicht die grundsätzliche Ausrichtung der Beziehungen zwischen Griechenland und den Vereinigten Staaten. Üblicherweise führt bis zur Ernennung einer Nachfolge die geschäftsführende Leitung der Botschaft die Amtsgeschäfte fort.
In Athen nutzte die innenpolitische Opposition den Vorgang für Kritik. Der Abgeordnete Giannis Delis von der KKE sagte am 14. Oktober im Parlament, die öffentliche Bloßstellung und anschließende Abberufung spiegelten inneramerikanische Auseinandersetzungen wider, die bis nach Griechenland reichten, etwa mit Blick auf lukrative Energieverträge. Seine Aussagen richten sich zugleich gegen griechische Parteien, die Guilfoyle zuvor unterstützt hätten. Diese Einschätzung ist eine politische Wertung; unabhängige Belege für konkrete Verbindungen zwischen den genannten US-internen Konflikten und Projekten in Griechenland wurden nicht vorgelegt.
Offen ist, wann eine formelle Rücktrittserklärung erfolgt und wann das Weiße Haus eine Nachfolge nominiert. Für die Ernennung einer neuen Botschafterin oder eines neuen Botschafters ist in den Vereinigten Staaten eine Bestätigung durch den Senat nötig. Bis dahin dürfte die laufende Zusammenarbeit in Verteidigungs-, Energie- und Wirtschaftsfragen vor allem über bestehende Kanäle und Arbeitsebene fortgesetzt werden. Weitere offizielle Stellungnahmen der US-Regierung sowie Klarstellungen des US-Außenministeriums werden den weiteren Verlauf prägen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).