Kurzmeldung
Die Unabhängige Behörde für Staatseinnahmen (AADE) hat nach einer koordinierten Aktion ihrer Spezialeinheit DEOS in Thessaloniki ein angeblich arbeitsteiliges Netzwerk zur Verbreitung von Drogen ausgehoben. In einer Pressemitteilung vom 19. Oktober 2026 teilte die Behörde mit, dass drei Personen im Alter von 18, 25 und 30 Jahren festgenommen wurden; sichergestellt wurden demnach 3,5 Kilogramm Cannabis sowie 120 Gramm Kokain. Die drei Festgenommenen wurden der zuständigen Staatsanwaltschaft im Rahmen des Eilverfahrens vorgeführt.
Laut AADE nutzte die Gruppe verschlüsselte Kommunikationsdienste, insbesondere Telegram, um Kunden zu werben; in der Mitteilung heißt es, dass unter den Kontaktpersonen auch Minderjährige gewesen sein könnten. Ermittler der DEOS näherten sich dem Netzwerk in mehreren Phasen: Zunächst sei ein 18-Jähriger festgenommen worden; anschließend hätten sich Einsatzkräfte verdeckt als Käufer ausgegeben, um zwei weitere Beschuldigte zu überführen. Bei Durchsuchungen fanden die Ermittler neben Drogen auch eine Präzisionswaage und ein Gerät zur Annahme von Zahlungen in Kryptowährungen.
Die AADE nennt weiter forensische Auswertungen der sichergestellten Geräte, chemische Analysen der Proben sowie die Nachverfolgung möglicher Transaktionen in Blockchain-Netzwerken als nächste Schritte. Die Behörde beschreibt das Netz als mitverteilte Struktur mit zugewiesenen Einsatzgebieten und konspirativen Methoden zur Verschleierung. Eine unabhängige Bestätigung eines großflächigen, überregionalen Netzwerks liegt bisher nicht vor; die Einordnung als „organisiert“ stammt aus der AADE-Mitteilung.
Der Fall verweist auf eine inzwischen häufigere Zusammenarbeit von Finanz- und Steuerbehörden mit Strafverfolgungsstellen in Griechenland, wenn digitale Zahlungen oder Verschlüsselungsdienste Teil der mutmaßlichen Straftaten sind. Ob Erkenntnisse aus Telegram-Chats und Blockchain-Analysen zu weiteren Ermittlungen oder Anklagen führen, entscheiden die laufenden Untersuchungen und die zuständige Staatsanwaltschaft.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).