Wirtschaft

Pierrakakis wirbt in London für Wandel des Produktionsmodells in Griechenland

Beim Jahresdinner der Hellenic-British Chamber of Commerce in London hat Finanzminister Kyriakos Pierrakakis britische Investoren für Griechenlands Kurswechsel hin zu mehr Produktivität, Energie- und Digitalinvestitionen gewonnen.

Griechenlands Minister für Nationale Wirtschaft und Finanzen, Kyriakos Pierrakakis, hat am 24. Oktober 2026 in London um stärkeres britisches Kapital für den wirtschaftlichen Umbau des Landes geworben. Beim jährlichen Back-to-Business-Dinner der Hellenic-British Chamber of Commerce skizzierte er den Übergang zu einem produktivitätsorientierten Produktionsmodell und betonte die Prioritäten Energieinfrastruktur, Digitalisierung und größere, technologisch investierende Unternehmen. Als Präsident der Eurogruppe stellte Pierrakakis Griechenlands Reformkurs zudem in den breiteren europäischen Kontext fiskalischer Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.

Nach seinen Worten soll die nächste Phase des Wachstums weniger durch kleinteilige, arbeitsintensive Produktion und stärker durch skalierbare, exportfähige Wertschöpfung geprägt sein. Dazu zählte er Investitionen in Stromnetze, Speicher, erneuerbare Energien und flexible Kapazitäten, die Senkung von Energiekosten für Industrie und Mittelstand, den beschleunigten Ausbau digitaler Netze und Dienstleistungen sowie bessere Rahmenbedingungen für forschungsintensive Fertigung. Konkrete Programme nannte er in London nicht, verwies aber auf die jüngst vorangetriebene Digitalisierung der Verwaltung und die Nutzung europäischer Finanzierungsinstrumente.

Gegenüber britischen Investoren hob Pierrakakis die politischen Leitplanken hervor: anhaltende Haushaltsdisziplin, planbare Regulierung und die Ausrichtung öffentlicher Investitionen auf Projekte mit hohen Produktivitätseffekten. Zugleich bekannte er Zielkonflikte, etwa bei der Skalierung kleiner und mittlerer Unternehmen oder der Finanzierung großer Infrastruktur, und sprach sich für Partnerschaften zwischen Staat, privaten Investoren und europäischen Institutionen aus. London sei hierfür ein natürlicher Anlaufpunkt, weil Kapitalmarktkompetenz und bestehende Wirtschaftsbeziehungen zusammenkämen.

Aus griechischer Sicht soll der stärkere Fokus auf größere, technologisch wettbewerbsfähige Unternehmen die internationale Präsenz der Industrie verbreitern und Zulieferketten modernisieren. Zugeschriebene Beispiele aus jüngeren Jahren reichen von energie- und materialnahen Sparten bis zu wissensintensiven Diensten. Der Minister verband diese Linie mit dem Ziel, die Beziehungen zu Großbritannien von historischen Bindungen zu einer strategischen Wirtschaftsbeziehung zu vertiefen.

Die Umsetzung des angestrebten Modellwechsels bleibt anspruchsvoll. Erfordert wären höhere private und öffentliche Investitionen, verlässliche Energiepreise, beschleunigte Genehmigungen sowie eine Bildungs- und Forschungspolitik, die Engpässe bei Fachkräften adressiert. Pierrakakis stellte in Aussicht, dass die Regierung den Kurs der letzten Jahre fortsetzen und dort nachschärfen werde, wo Investitionen in Produktivität die größte Hebelwirkung versprechen. Unabhängige Bewertungen der Vorhaben werden wesentlich sein, um Fortschritte bei Exporten, Beschäftigung und Produktivität messbar zu machen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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