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Neue diaNEOsis-Studie zeigt Reformbedarf im griechischen Innovationssystem

Der Thinktank diaNEOsis hat am 14. September 2026 eine Analyse zur Innovationspolitik Griechenlands vorgelegt. Sie bilanziert Fortschritte, markiert aber deutliche Lücken bei Forschung, Bildung und öffentlichen Beschaffungen.

Der griechische Thinktank diaNEOsis hat am 14. September 2026 eine umfassende Bestandsaufnahme des Innovationssystems in Griechenland veröffentlicht. Die Untersuchung bilanziert sichtbare Fortschritte beim Start-up-Ökosystem und bei digitalen Rahmenbedingungen, kommt aber zu dem Schluss, dass strukturelle Defizite in Forschung, Bildung und Verwaltung die Skalierung von Innovationen weiterhin begrenzen.

Verfasst wurde die Studie von einem Team der Nationalen Technischen Universität Athen (NTUA). Als positive Entwicklungen nennt sie institutionelle Reformen seit 2016, etwa die Einrichtung des Forschungs- und Innovationsfonds ELIDEK sowie steuerliche Anreize für Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig diagnostiziert sie eine fragmentierte Forschungslandschaft, hohe Verwaltungs- und Bürokratiekosten, insbesondere in den Sonderkonten für Forschungsfinanzierung (ELKE), sowie eine Unterfinanzierung der Hochschulen aus dem regulären Staatshaushalt. Dies erschwere den Übergang von prototypischen Lösungen in tragfähige Unternehmensmodelle.

Die Autorinnen und Autoren strukturieren ihre Empfehlungen entlang von sechs Feldern. Prioritär sei eine langfristige Nationale Strategie Forschung, Technologie und Innovation mit klaren Missionszielen und gesetzlicher Verankerung. Zudem schlagen sie eine Neuordnung der Zuständigkeiten zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor und operative Vereinfachungen, um Genehmigungen und Beschaffungen zu beschleunigen. Ergänzend empfehlen sie halböffentliche Finanzierungsinstrumente nach dem Vorbild des US‑Programms Small Business Innovation Research und eine systematischere Nutzung europäischer Fördermechanismen.

Im europäischen Vergleich ordnet die Studie Griechenland als „moderate Innovator“ ein. Sie verweist auf Indikatoren der Europäischen Kommission, darunter den European Innovation Scoreboard, die das Land weiterhin unter dem Durchschnitt der Europäischen Union verorten. Eine zentrale Herausforderung bleibe die Diffusion digitaler Technologien in kleinen und mittleren Unternehmen sowie die Skalierung von Start-ups über die frühen Phasen hinaus.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Analyse der Rolle des Staates als Nachfrager. Öffentliche Beschaffungen für Innovationen (Public Procurement for Innovation) könnten als Katalysator fungieren, werden in der Praxis jedoch oft nur als formale Rahmen ohne konkrete Zielvorgaben umgesetzt. Die Studie plädiert für verbindliche Kriterien, missionsorientierte Ausschreibungen und eine bessere Verzahnung mit europäischen Programmen, um heimische Anbieter zu stärken.

Die Befunde liefern eine datenbasierte Grundlage für anstehende Entscheidungen in Athen. Der Tenor ist nüchtern: Einzelmaßnahmen reichen nicht aus. Gefordert ist eine vernetzte Reformarchitektur mit verlässlicher Finanzierung, die Bildung, Forschung, Transfer und Beschaffung zusammenführt und so die identifizierten Lücken dauerhaft schließt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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