Die griechische Arbeits- und Sozialministerin Niki Kerameos hat am 7. September 2026 bei ERTnews eine neue, dauerhafte Unterstützung für Rentner angekündigt. Ab November 2026 sollen Rentnerinnen und Rentner ab 65 Jahren jährlich 400 Euro erhalten. Nach Regierungsangaben werden rund 2,2 Millionen Menschen erfasst. In die Regelung einbezogen werden zudem über 60-Jährige, die ausschließlich eine Hinterbliebenenrente beziehen, Menschen mit Behinderungen sowie unversicherte hochbetagte Personen. Kerameos betonte, es handle sich nicht um eine einmalige Beihilfe, sondern um eine feste jährliche Leistung.
Die Ministerin stellte die November-Zahlung in den Zusammenhang weiterer Maßnahmen zur Stärkung niedriger und mittlerer Einkommen. Dazu zählen reguläre Rentenerhöhungen sowie der Abbau der sogenannten persönlichen Differenz. Diese Ausgleichskomponente, die seit früheren Reformen individuelle Rentensteigerungen teilweise neutralisiert, soll schrittweise wegfallen. Nach Regierungsdarstellung ist das vollständige Auslaufen zum 1. Januar 2027 vorgesehen.
Als Begründung nannte Kerameos die Entlastung von Haushalten mit geringen Renteneinkommen und die Stabilisierung der Kaufkraft. Die Regierung verweist zugleich auf die Notwendigkeit, die Ausgaben im mittelfristigen Finanzrahmen zu hinterlegen. Fiskalische Risiken – etwa für Defizit und Schuldenquote – werden in der Haushaltsplanung berücksichtigt; konkrete Zahlen dazu nannte die Ministerin im Interview nicht. Unabhängige Einschätzungen in der Tagespresse erwarten, dass die Kombination aus jährlicher November-Zahlung und regulären Rentenanpassungen die verfügbaren Einkommen vieler Rentner spürbar erhöht, verweisen aber ebenfalls auf die Haushaltsdisziplin als Voraussetzung.
Kerameos verband die Rentenpolitik mit arbeitsmarktpolitischen Zielen. Sie verwies auf mehr Tarifabschlüsse, den breiteren Einsatz der digitalen Arbeitskarte und auf Lohnentwicklungen in Sektoren mit neuen Kollektivverträgen. Diese Maßnahmen sollen nach Darstellung des Ministeriums zu mehr Transparenz am Arbeitsmarkt beitragen und die Tarifbindung stärken.
Politisch fügt sich der Vorstoß in die vorab kommunizierten Schwerpunkte vor der Thessaloniki International Fair. Dort hatte die Regierung höhere verfügbare Einkommen und weniger Abgaben als Leitlinien benannt. Die jetzt präzisierten Details aus dem ERTnews-Interview liefern den aktuellen Anlass und klären die Anspruchsgruppen, den Umfang von 400 Euro im November und den Zeitplan für das Ende der persönlichen Differenz bis Anfang 2027. Gesetzes- und Verordnungstexte bleiben für die endgültige Ausgestaltung maßgeblich; die Ministerin kündigte entsprechende Schritte an.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).