Wirtschaft

Griechenland hält Platz 23 im Steuerwettbewerbsindex 2026

Tax Foundation und KEFIM bestätigen: Griechenland bleibt im OECD-Vergleich auf Rang 23. Leichte Punktverbesserung, Stärken bei Unternehmenssteuern, Schwächen bei Mehrwert- und Grundsteuern.

Griechenland bleibt im International Tax Competitiveness Index 2026 auf Rang 23 von 38 OECD-Ländern. Das geht aus der am 20. Oktober 2026 veröffentlichten Auswertung der Tax Foundation hervor, die in Athen vom KEFIM – Zentrum für Liberale Studien vorgestellt wurde. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich die Punktzahl laut Index geringfügig, die Platzierung blieb unverändert.

Der Index bewertet die Steuerwettbewerbsfähigkeit anhand von mehr als 40 Variablen in fünf Kategorien: Unternehmensbesteuerung, Besteuerung natürlicher Personen, Verbrauchssteuern, Eigentumssteuern sowie grenzüberschreitende Regeln. Für Griechenland weist die Tax Foundation als relative Stärken einen im Vergleich moderaten Körperschaftsteuersatz und eine geringe Belastung von Dividenden aus, was die Attraktivität von Investitionen stützen kann. Als Schwachstellen werden eine hohe Mehrwertsteuer bei zugleich enger Bemessungsgrundlage, belastende Eigentumssteuern sowie restriktive Regeln bei der Verlustverrechnung für Unternehmen genannt.

KEFIM ordnete das Ergebnis als Signal für Reformbedarf ein: Steuerwettbewerbsfähigkeit sei nur ein Faktor unter mehreren Standortkriterien. Entscheidend sei, dass die im Index sichtbaren Engpässe – etwa bei der Ausgestaltung der Verbrauchssteuern und der Nutzung von Verlusten – strukturell adressiert werden, wenn das Investitionsklima dauerhaft verbessert werden solle. Die Organisation betonte zugleich, dass eine geringfügige Punktverbesserung ohne Ranggewinn auf stabile, aber nicht dynamische Rahmenbedingungen hinweise.

Ökonomisch fällt die Bilanz gemischt aus: Eine im internationalen Vergleich günstigere Behandlung von Unternehmensgewinnen und Dividenden begünstigt Kapitalbildung und kann grenzüberschreitende Investitionen erleichtern. Dem stehen Belastungen durch indirekte Steuern und Eigentumsabgaben gegenüber, die tendenziell die inländische Nachfrage und die Investitionstätigkeit im Binnenmarkt dämpfen. Internationale Rankings liefern dabei Anhaltspunkte für relative Stärken und Schwächen, ersetzen aber keine Detailprüfung zu verteilungspolitischen, fiskalischen und sektoralen Wirkungen geplanter Änderungen.

Konkrete politische Schlussfolgerungen lassen sich aus der aktuellen Platzierung nicht unmittelbar ableiten. Die Einstufung liefert jedoch einen aktualisierten Referenzpunkt für die Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Griechenland im OECD-Umfeld. Etwaige Reformschritte müssten auf einer belastbaren Datengrundlage basieren und die Wechselwirkungen zwischen Steuerstruktur, Wachstum, Beschäftigung und Haushaltsrisiken berücksichtigen. Tax Foundation und KEFIM stellen dafür konsolidierte Vergleichsdaten bereit, die jährliche Trends sichtbar machen und internationale Einordnung ermöglichen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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