Die Technologiegruppe G42 aus Abu Dhabi und die griechische Copelouzos Group haben am 22. Oktober 2026 in Athen Absichtserklärungen unterzeichnet, um die Errichtung einer Fabrik für künstliche Intelligenz sowie begleitender Rechenzentrumsinfrastruktur in Griechenland zu prüfen. Die Memoranden of Understanding wurden im Rahmen eines offiziellen Besuchs der Vereinigten Arabischen Emirate bekanntgegeben. Konkrete Investitionssummen, Standorte, Kapazitäten oder Zeitpläne nannten die Unternehmen nicht.
Laut den Veröffentlichungen sollen die G42‑Tochter Khazna Data Centers und Core42 gemeinsam mit Copelouzos untersuchen, wie Rechenzentrumsinfrastruktur mit Cloud‑ und KI‑Rechenkapazitäten kombiniert werden kann. Zielmärkte sind unter anderem Banken, Telekommunikation, Schifffahrt und staatliche Stellen. G42 betont, dass geplante Projekte mit europäischen Regeln und Standards in Einklang stehen sollen. Weitere Konzerngesellschaften von G42 wollen potenzielle Anwendungen in den Bereichen Life Sciences, staatliche Dienste und intelligente Städte ausloten.
Die Energieversorgung gilt als Schlüsselfaktor für Großrechenzentren. In Berichten wird das GREGY‑Vorhaben, eine geplante Stromverbindung zwischen Griechenland und Ägypten, als mögliche Quelle erneuerbarer Energie genannt. Ob und in welchem Umfang solche Leitungen, verfügbare Netzkapazität oder Umweltauflagen die Projektgestaltung bestimmen, bleibt Gegenstand der nun angekündigten Studien. Aussagen über Flächenbedarf, Kühlung, Netzanschluss oder Wasserverbrauch wurden nicht gemacht.
Ökonomisch könnten die Prüfungen den Einstieg in neue Investitionen und die Schaffung spezialisierter Arbeitsplätze vorbereiten. Verlässliche Angaben zu Beschäftigungseffekten, Produktionszielen oder Leistungsdaten liegen nicht vor. Der weitere Fahrplan umfasst nach Angaben der Beteiligten technische und regulatorische Analysen sowie gegebenenfalls Verhandlungen über verbindliche Verträge. Solange keine endgültigen Vereinbarungen vorliegen, handelt es sich um den Beginn formaler Voruntersuchungen und nicht um eine Investitionsentscheidung.
Der Vorstoß reiht sich in eine breitere Entwicklung ein: Griechenland bewirbt sich seit Längerem als Standort für digitale Infrastruktur in Südosteuropa. Entscheidend sind dabei verfügbare Flächen, Netzausbau, Energiepreise und der regulatorische Rahmen in der Europäischen Union. Die jetzt vereinbarten Prüfungen von G42 und Copelouzos Group adressieren diese Punkte ausdrücklich und verknüpfen Industrie‑ und Digitalpolitik. Ob daraus konkrete Projekte mit festem Zeitplan entstehen, hängt von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudien und behördlichen Genehmigungen ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).