Wissenschaft & Technik

Griechenland nimmt Supercomputer Daidalos für künstliche Intelligenz und Forschung in Betrieb

Im Technologischen Kulturpark von Lavrio ist der nationale Supercomputer Daidalos gestartet. Das Projekt kostet 58,9 Millionen Euro und soll Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung mit Hochleistungsrechnen versorgen.

Im Technologischen Kulturpark von Lavrio ist am 19. Oktober 2026 der nationale Supercomputer Daidalos offiziell in Betrieb gegangen. Die Regierung sieht darin einen strategischen Ausbau der Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz, wissenschaftliche Simulationen und datenintensive Anwendungen. Das Vorhaben hat ein Volumen von 58,9 Millionen Euro einschließlich Mehrwertsteuer.

Betrieben wird die Anlage von GRNET, der staatlichen Gesellschaft für nationale Forschungs- und Technologieinfrastrukturen. Sie verantwortet den technischen Betrieb, den sicheren Zugang und die Nutzerverwaltung. Zunächst erhalten Universitäten, öffentliche Forschungseinrichtungen, Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie Behörden Zugang. Perspektivisch ist eine Öffnung für Nutzerinnen und Nutzer aus anderen EU-Staaten vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt aus der Aufbau- und Resilienzfazilität im Rahmen von NextGenerationEU, was Berichtspflichten, messbare Zwischenschritte und eine laufende Evaluierung der Zielerreichung einschließt.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hob bei der Eröffnung hervor, die neue Infrastruktur solle Griechenland in der europäischen Entwicklung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz stärker positionieren und Abhängigkeiten von ausländischen Rechenzentren verringern. Zugleich verwies die Regierung auf Energieeffizienz als Konstruktionsprinzip sowie auf die Anbindung an das griechische KI-Ökosystem. Damit verknüpft die Anlage den Anspruch, verlässliche Rechenzeit verfügbar zu machen, mit dem Ziel, Betriebskosten zu begrenzen und planbare Lasten zu ermöglichen.

Als komplementäres Vorhaben wird Pharos AI Factory aufgebaut. Dieses Projekt verknüpft Rechenleistung mit Dateninfrastrukturen und Werkzeugen für die Entwicklung und Erprobung von KI-Anwendungen. Nach Angaben der Verantwortlichen soll die Bündelung beider Infrastrukturen Forschung beschleunigen und technologieorientierte Gründungen erleichtern. Der Nutzen hängt dabei von klaren Zugangsregeln, transparenten Kontingenten und Unterstützungsangeboten für Erstnutzer ab.

Im europäischen Vergleich zielt Daidalos nicht auf eine globale Spitzenposition, sondern auf eine verlässliche nationale Plattform, die in Verbünde leistungsfähiger Rechenzentren eingebunden werden kann. Die tatsächliche Wirkung auf Forschung und Wirtschaft hängt von fairen und planbaren Zugangsregeln, von begleitenden Förderprogrammen und von der technischen Interoperabilität mit europäischen Initiativen ab. Fakt ist, dass Planung und Beschaffung in den vergangenen Jahren vorbereitet wurden; die nun erfolgte Inbetriebnahme markiert den operativen Start. Aussagen über künftige Auslastung, Beschäftigungseffekte oder Einsparungen durch geringere Auslagerung ins Ausland sind derzeit Einschätzungen und bedürfen fortlaufender Nutzungsdaten sowie unabhängiger Evaluationen, um belastbar beurteilt zu werden.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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