Der stellvertretende Außenminister Tasos Chatzivasileiou hat am 15. September 2026 im ERTnews Radio 105,8 die jüngsten Signale der Regierung in der Ägäis eingeordnet. Er verteidigte den Besuch von Kyriakos Mitsotakis auf Kastellorizo als „von hohem Symbolgehalt“ und bekräftigte, Griechenland habe das Recht, seine Hoheitsgewässer auf 12 Seemeilen auszuweiten. Zeitpunkt und Modalitäten einer solchen Entscheidung lägen allein in der nationalen Zuständigkeit.
Als politische Linie umriss Chatzivasileiou, Differenzen mit der Türkei auf klar definierte rechtliche Felder zu begrenzen: Streitfragen beträfen den Festlandsockel und die ausschließliche Wirtschaftszone; Souveränitätsrechte stünden nicht zur Disposition. Zugleich sprach er sich für eine Politik der „ruhigen Gewässer“ aus, die Eskalationen vermeidet und dennoch die griechischen Positionen unterstreicht. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Oppositionspartei Pasok und warf ihr populistische Töne in außen- und sicherheitspolitischen Fragen vor.
Der Auftritt folgt auf die Reise des Ministerpräsidenten nach Kastellorizo in der gleichen Woche. Nach Darstellung des Amts des Ministerpräsidenten sollte der Besuch ein Signal der Entschlossenheit senden, zugleich aber Berechenbarkeit in einem angespannten regionalen Umfeld betonen. Aus Regierungskreisen in Athen wurde in den vergangenen Tagen wiederholt versichert, die Ausweitung auf 12 Seemeilen sei ein einseitiges Recht nach dem Seerecht und werde gegebenenfalls zu einem selbst gewählten Zeitpunkt umgesetzt. Regierungssprecher verwiesen darauf, dass Form und Zeitpunkt anhand nationaler Interessen bewertet würden.
Die Äußerungen stehen vor dem Hintergrund anhaltender Kontroversen über Seegrenzen zwischen Griechenland und der Türkei. Athen beruft sich auf das Völkerrecht und die anerkannten Regelungen zu Küstenmeeren, während die Türkei zentrale Bestimmungen nicht anerkennt und Gegenpositionen vertritt. Aus Sicht der Regierung in Athen sollen Gespräche mit Ankara strukturiert und thematisch eng geführt werden, um praktische Fortschritte zu ermöglichen, ohne den Rahmen der eigenen Rechtsauffassung zu verlassen.
Zu trennen sind überprüfbare Tatsachen und politische Zuschreibungen: Faktisch stattgefunden haben der Besuch von Kyriakos Mitsotakis auf Kastellorizo in der Vorwoche und das Radiointerview von Tasos Chatzivasileiou am 15. September 2026. Politische Bewertungen – etwa ob Zeichen der Abschreckung oder der Entspannung überwiegen – sind parteiisch und werden von den Akteuren unterschiedlich gewichtet. Konkrete Schritte zur Ausweitung der Hoheitsgewässer wurden nicht angekündigt; ein Datum liegt nicht vor.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).