Giannis Chatzitheodosiou, Präsident der Berufskammer Athen, hat die Regierungsankündigungen zur Internationalen Messe Thessaloniki als unzureichend für kleine und mittlere Unternehmen kritisiert. In einem Interview mit dem Radiosender Athen 9,84 am 9. September sagte er, der Mittelstand habe kurzfristig wirksame Schritte erwartet, statt Zusagen mit Zeithorizonten bis 2029 und 2035. Viele Betriebe bräuchten jetzt Liquidität, sonst erreichten sie die ferne Entlastung gar nicht.
Auslöser der Debatte waren die wirtschaftspolitischen Ankündigungen von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis anlässlich der Messe in Thessaloniki wenige Tage zuvor. Die Regierung stellte dabei Entlastungen und Strukturreformen in Aussicht. Chatzitheodosiou hält dies für zu spät wirksam und zu wenig zielgenau, gemessen an der aktuellen Belastungslage.
Besonders hob er steuerliche Fragen hervor. Die Steuervorauszahlung stelle für Unternehmen mit schwankenden Erträgen eine schwere Belastung dar. Nach seiner Darstellung fehlen kurzfristige Korrekturen, die die Liquidität spürbar verbessern. Außerdem brauche es Programme, die gezielt kleine und mittlere Unternehmen adressieren – etwa durch zügige, klar abgegrenzte Finanzierungshilfen sowie die Abfederung hoher Energie- und Wohnkosten, die sich inzwischen auch auf Löhne und Unternehmensnebenkosten auswirkten. Zusagen, die erst in mehreren Jahren greifen sollen, könnten diese Lücke aus seiner Sicht nicht schließen.
Chatzitheodosiou begründete seine Forderung mit der Rolle des Mittelstands für die Binnenwirtschaft. Einnahmen und Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen blieben überwiegend in Griechenland, was Beschäftigung und regionale Wertschöpfung stütze. Der sektorübergreifende Preisdruck und die Finanzierungskosten setzten jedoch vielen Betrieben zu. Deshalb müssten kurzfristige Entlastungen mit einem glaubwürdigen mittelfristigen Plan verbunden werden. Er formulierte es so: Ohne unmittelbare Hilfen helfe auch der beste Plan für 2029 nicht.
Die Aussagen sind dem Interview mit Athen 9,84 zu entnehmen; ähnliche Einschätzungen hatte Chatzitheodosiou bereits in den Tagen nach der Messe geäußert. Die Regierung hatte bei der Internationalen Messe Thessaloniki den Fokus auf die Bekämpfung der Teuerung und die Unterstützung von Familien und Unternehmen gelegt. Über den genauen Zuschnitt möglicher kurzfristiger Erleichterungen für den Mittelstand wird nach den Messeauftritten erfahrungsgemäß in den folgenden Wochen politisch und administrativ weiter verhandelt. Die Kontroverse zeigt, dass Tempo und Zielgenauigkeit der Umsetzung zum Prüfstein werden dürften – für die Betriebe und für den Kurs der Wirtschaftspolitik gleichermaßen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).