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Griechenland 2025 Schlusslicht bei Überprüfung von Online‑Informationen

Neue DESI‑Unterlagen der Europäischen Kommission zeigen: Griechenland weist 2025 den niedrigsten Wert in der EU beim aktiven Gegenprüfen zweifelhafter Online‑Inhalte auf.

Die Europäische Kommission hat begleitende Unterlagen zum Digital Economy and Society Index 2026 vorgelegt. Darin verzeichnet Griechenland im Referenzjahr 2025 beim Indikator zur „Überprüfung von Online‑Informationen“ den niedrigsten Wert unter den 27 Mitgliedstaaten. Grundlage sind Erhebungen von Eurostat (Datencode ISOC_SK_EDIC_I21) zur Frage, ob 16‑ bis 74‑Jährige in den vergangenen drei Monaten Inhalte auf Nachrichtenwebseiten oder in sozialen Medien, die sie für zweifelhaft hielten, aktiv auf ihre Richtigkeit geprüft haben.

Für Griechenland weist die Auswertung einen einstelligen Prozentwert aus. Griechische Medien haben diesen Befund aufgegriffen; die Kommission verweist in ihren DESI‑Begleitpapieren ausdrücklich auf die zugrundeliegende Eurostat‑Erhebung. Der Indikator erfasst Selbstauskünfte zu einem konkreten Verhalten in einem Drei‑Monats‑Zeitraum und unterscheidet nicht zwischen routinierter Medienkompetenz und punktuellen Prüfhandlungen. Qualitative Aspekte der Informationsökologie – etwa redaktionelle Standards, die Arbeit spezialisierter Faktenprüfer oder regulatorische Maßnahmen – sind nicht Gegenstand dieser Kennzahl.

Der Befund ist politisch relevant, weil die Kommission den DESI nutzt, um Fortschritte im Digitalen Jahrzehnt zu messen und politische Schwerpunkte zu setzen. Für Athen ergibt sich daraus Handlungsbedarf in mehreren Feldern: Stärkung grundlegender digitaler Kompetenzen, gezielte Medienbildung in Schulen und Erwachsenenbildung, Förderung unabhängiger Faktenprüfungsangebote sowie Unterstützung lokaler und regionaler Medien, die verlässlich einordnen und verifizieren. Auch die Vermittlung transparenter Recherchemethoden in Redaktionen und die leichtere Auffindbarkeit verifizierter Quellen können die Bereitschaft zur eigenen Überprüfung erhöhen.

Zugleich mahnt die Methodik zur Vorsicht in der Interpretation. Selbstauskünfte sind anfällig für Erinnerungs‑ und Antwortverzerrungen und spiegeln kurzfristige Stimmungslagen wider. Der Indikator zeigt Verhalten, nicht Ursachen. Er kann daher Hinweise geben, wo Maßnahmen ansetzen sollten, ersetzt aber keine tiefergehende Analyse von Vertrauen, Polarisierung oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Mediensektor.

Ungeachtet dieser Einschränkungen liefert die aktuelle Messung einen belastbaren Ausgangspunkt. Sie macht sichtbar, dass in Griechenland vergleichsweise wenige Menschen zweifelhafte Online‑Informationen aktiv nachprüfen. Ob neue Bildungsprogramme, Aufklärungskampagnen und der Ausbau verlässlicher Informations‑ und Faktenprüfungsinfrastrukturen Wirkung entfalten, wird sich in den nächsten Erhebungswellen messen lassen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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