Die Investmentbank WOOD & Company bewertet die griechische Wirtschaft für 2026 als robust. Nach ihren aktuellen Einschätzungen stützen Konsum, Tourismus, steigende Investitionen und Nettoexporte die Expansion. Die Bank veranschlagt das reale Wachstum für 2026 in Szenarien zwischen rund 2,0 und 2,7 Prozent und rechnet 2027 mit einer moderaten Beschleunigung, sofern keine neuen externen Schocks eintreten.
Gleichzeitig sieht WOOD & Company anhaltende Preisrisiken. Für 2026 erwartet die Bank eine Teuerung im Bereich von etwa 2,8 bis 3,8 Prozent; besonders Nahrungsmittel und Energie bleiben volatil. Ein höherer als angenommener Inflationspfad würde die reale Kaufkraft dämpfen und die politische Debatte vor den Parlamentswahlen 2027 prägen. Zudem könnte anhaltender Preisdruck den Handlungsspielraum der Geldpolitik einengen und die Diskussion über den künftigen Zinskurs der Europäischen Zentralbank verschärfen.
Fiskalisch verweist WOOD & Company auf Fortschritte bei der Konsolidierung. Unter der Annahme anhaltender Primärüberschüsse sieht die Bank Spielraum für eine weiter sinkende Schuldenquote bis zum Ende des Jahrzehnts. Gleichwohl birgt das Wahljahr kurzfristige Risiken, sollten zusätzliche Maßnahmen die Ausgaben erhöhen oder Einnahmen mindern. Die Bank mahnt daher an, das laufende Haushaltsregime beizubehalten und EU-Mittel effizient zu binden, um das Investitionstempo zu sichern.
Die Struktur der Erholung wird laut der Analyse von steigenden Löhnen, einem intakten Kreditwachstum im Unternehmenssektor sowie Investitionen getragen, die durch Programme der Europäischen Union unterstützt werden. Dieses Zusammenspiel stützt die Widerstandsfähigkeit auch gegenüber geopolitischen Unsicherheiten. Belastungsfaktoren bleiben neben der Inflation mögliche Preisschocks bei Energie und Nahrungsmitteln sowie externe Nachfrageimpulse auf den Exportmärkten.
Griechische Wirtschaftsmedien wie Kathimerini, NewMoney und Naftemporiki zeichnen ein ähnliches Bild: Die makroökonomischen Eckdaten sind solider als in den Krisenjahren, doch Inflationsunsicherheiten und wahlzyklische Risiken verlangen Vorsicht. Hinweise der Bank of Greece zu Lohn- und Kreditentwicklung stützen die Einschätzung, dass die Binnendynamik tragfähig ist, solange der Preisdruck nicht erneut anzieht. Für die nächsten Quartale bleibt damit entscheidend, ob der disinflationäre Trend in Europa Bestand hat und ob die Investitionspipeline – nicht zuletzt mit Hilfe von EU-Mitteln – ohne Verzögerungen umgesetzt wird.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).