Wirtschaft

Stournaras drängt auf Reformen für dauerhaft niedrigere Finanzierungskosten

Der Gouverneur der Bank von Griechenland, Yiannis Stournaras, forderte auf der Jahrestagung von Scope Ratings am 24. September anhaltende institutionelle Reformen, um Risikoprämien zu senken und die Investment-Grade-Einstufung zu festigen.

Der Gouverneur der Bank von Griechenland, Yiannis Stournaras, hat am 24. September auf der Jahrestagung von Scope Ratings zu weiteren Reformen aufgerufen, um die Finanzierungskosten Griechenlands dauerhaft zu senken. Er stellte Fortschritte bei den makroökonomischen Fundamentaldaten heraus, mahnte jedoch an, diese durch verlässliche Institutionen, eine effizientere Verwaltung und eine leistungsfähige Gerichtsbarkeit zu untermauern.

Nach Darstellung der Zentralbank bleibt die Qualität staatlicher Institutionen ein zentraler Treiber der Risikoprämien für Staats- und Unternehmensanleihen. Stärkere Rechtssicherheit und schnellere Verfahren könnten die Marktliquidität verbessern und die Investorenbasis verbreitern. Stournaras ordnete die jüngsten Verbesserungen in der Justizverwaltung als ersten Schritt ein, warnte aber vor einem Nachlassen der Reformdynamik. Kontinuität sei entscheidend, insbesondere in der öffentlichen Verwaltung, bei staatlichen Kontrollen und in der Steuerverwaltung.

Die Rede erfolgte vor dem Hintergrund fortgesetzter Debatten über Schuldentragfähigkeit, Wachstumspfad und die Widerstandskraft der griechischen Wirtschaft gegenüber externen Schocks. Griechenland hat die Investment-Grade-Einstufung zurückerlangt; aus Sicht der Zentralbank geht es nun darum, dieses Niveau zu festigen und die Spreads gegenüber dem Euroraum nachhaltig einzuengen. Dazu nannte Stournaras fiskalische Verlässlichkeit und institutionelle Modernisierung als komplementäre Bausteine.

Für den Kapitalmarkt und politische Entscheidungsträger ist die Botschaft zweifach: Erstens können glaubwürdige, stetige Reformen die Refinanzierungskosten weiter dämpfen; zweitens erhöhen stabile Institutionen die Wahrscheinlichkeit, dass positive Ratingentscheidungen Bestand haben. Zugleich machte Stournaras deutlich, dass Ratings Marktsignale bündeln, politische Reformbereitschaft aber nicht ersetzen. Entscheidungen über Ausgabenprioritäten, die Effizienz der Verwaltung und die Durchsetzung von Recht bleiben ausschlaggebend für das langfristige Risiko- und Wachstumsprofil.

Im europäischen Kontext verwies Stournaras auf die Rolle der Ratingagenturen als Intermediäre von Information und Risikoeinschätzung. Für kleinere Volkswirtschaften wie Griechenland gelte besonders: Transparenz, konsistente Daten und planbare Regulierung erleichtern die Preisbildung und stärken die Marktintegration. Die Bank von Griechenland setzt dabei auf einen Mix aus fiskalischer Disziplin und strukturellen Reformen, um die konjunkturelle Erholung zu vertiefen und die Anfälligkeit gegenüber Zins- und Nachfragewechseln zu verringern.

Zugeschriebene Bewertungen und Prioritäten stammen aus der Darstellung der Zentralbank und der Zusammenfassung der Rede bei Scope Ratings; neue, unbelegte Zahlen oder Zitate wurden nicht eingeführt.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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