Die Hellenische Polizei hat nach einer Aktion der linksgerichteten Gruppe Rouvikonas in einem Bauunternehmen bei Diavata westlich von Thessaloniki acht Beschuldigte identifiziert und ein Mitglied festgenommen. Die Intervention in den Betriebsräumen ereignete sich nach Polizeiangaben am 14. Oktober in der Gemeinde Ampelokipoi–Menemeni. Am 15. Oktober wurde ein Tatverdächtiger im Stadtzentrum von Thessaloniki festgenommen und zur Generaldirektion der Polizei von Thessaloniki gebracht. Die Polizei informierte am 16. Oktober über den Stand der Ermittlungen.
Zuständig für die Voruntersuchung ist die Unterabteilung zur Bekämpfung rassistischer und extremistischer Gewalt. Gegen die identifizierten acht Personen wurde eine Ermittlungsakte gebildet. Das betroffene Unternehmen hatte Anzeige erstattet; konkrete strafrechtliche Vorwürfe oder mögliche Anklagepunkte nannte die Polizei in ihrer Mitteilung noch nicht.
Rouvikonas erklärte in einer Stellungnahme, die Festnahme eines Mitglieds stehe im Zusammenhang mit der Aktion in Diavata. Nach Darstellung der Gruppe richtete sich die Aktion gegen angebliche Mängel beim Arbeitsschutz und bei Beschäftigungsbedingungen in dem Bauunternehmen. In griechischen Medien kursieren Videosequenzen und ein Redebeitrag, in denen Aktivisten nach eigenen Angaben fehlende Schutzvorrichtungen und organisatorische Defizite anprangern. Diese Darstellung stammt von den Beteiligten; eine behördliche Bewertung der Vorwürfe gegen das Unternehmen liegt nicht vor.
Aus Polizeikreisen heißt es, bei der Auswertung des Materials werde geprüft, ob die Beteiligten vorab abgestimmte Rollen eingenommen hätten. Ob neben der polizeilichen Ermittlung auch Arbeitsaufsichtsbehörden tätig werden, ist bislang nicht bekannt. Termine für gerichtliche Entscheidungen sind nicht benannt.
Der Fall hat über den lokalen Rahmen hinaus Relevanz, weil Rouvikonas mit ähnlich gelagerten, öffentlichkeitswirksamen Aktionen wiederholt in Erscheinung getreten ist und derartige Eingriffe in Unternehmensabläufe rechtliche, sicherheitsbezogene und wirtschaftliche Folgen haben können. Für Unternehmen in sensiblen Bereichen wie Bau und Infrastruktur stellen ungeplante Betriebsunterbrechungen und mögliche Sachbeschädigungen ein Risiko dar; für die Behörden geht es um das Abwägen von Versammlungs- und Eigentumsrechten sowie um die Strafverfolgung potenzieller Delikte.
Fest steht: Die Intervention erfolgte laut Polizei am 14. Oktober, die Festnahme eines Beschuldigten am 15. Oktober in Thessaloniki, die Identifizierung von acht Personen wurde am 16. Oktober bekanntgegeben. Angaben zu weiteren Maßnahmen oder zu einem möglichen Verfahren gegen das Bauunternehmen liegen derzeit nicht vor.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).