Politik

Mitsotakis eröffnet Neubau bei Demokritos und setzt auf Export von Technologiewissen

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat in Athen den Neubau des Instituts für Informatik und Telekommunikation am Forschungszentrum Demokritos eröffnet und eine stärkere Ausrichtung auf den Export griechischer Hightech-Kompetenz angekündigt.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat am 20. Oktober 2026 in Athen den Neubau des Instituts für Informatik und Telekommunikation am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung Demokritos eröffnet. In seiner Ansprache verband er den Projektabschluss mit dem Ziel, dass Griechenland nicht länger primär Technologie importiert, sondern eigenes Technologiewissen in wachsendem Umfang exportiert. Der Regierungschef stellte die Einrichtung als Baustein der nationalen Innovations- und Digitalstrategie heraus.

Das neue Gebäude bündelt nach Angaben der Leitung des Forschungszentrums Labore, Arbeitsflächen und Infrastruktur für Schlüsselbereiche wie Künstliche Intelligenz, Netzwerktechnologien und Cybersicherheit. Zudem soll die technische Ausstattung – darunter ein ausgebautes Rechenzentrumsumfeld – datenintensive Forschung und die Zusammenarbeit mit Industriepartnern erleichtern. Demokritos zählt zu den größten außeruniversitären Einrichtungen Griechenlands und ist mit mehreren interdisziplinären Instituten in den Natur- und Ingenieurwissenschaften vertreten.

Mitsotakis kündigte an, die Verzahnung von Forschung, Hochschulen und Unternehmen weiter zu stärken, um Ergebnisse schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen. Die Regierung sieht darin einen Hebel, ausländische Investitionen anzuziehen und die Internationalisierung griechischer Start-ups zu fördern. Demokritos-Führungskräfte betonten bei der Eröffnung, dass am Zentrum bereits Technologien mit Anwendungsfeldern in Gesundheit, Energie, Umwelt und Kulturerbe entwickelt werden und die neue Infrastruktur Skalierung und Transfer erleichtern soll.

Oppositionsparteien begrüßten den Ausbau der Forschungsinfrastruktur grundsätzlich, mahnten jedoch nachvollziehbare Indikatoren für Technologietransfer, Unternehmensgründungen und Beschäftigung an. Zwischen Anspruch und Umsetzung dürfe keine Lücke entstehen, hieß es in Stellungnahmen. Regierungsseitig wird darauf verwiesen, dass Programme für Ausgründungen, Schutz geistigen Eigentums und Kooperationen mit der Industrie fortentwickelt würden.

Ökonominnen und Ökonomen verorten die Initiative im europäischen Trend, öffentliche Forschungseinrichtungen stärker in regionale Innovationsökosysteme einzubetten. Als zentrale Erfolgsfaktoren nennen sie verlässliche Anschlussfinanzierungen, klare Regeln zum Umgang mit Patenten sowie die Gewinnung und Bindung hochqualifizierter Fachkräfte. Für Demokritos selbst wird die Frage entscheidend sein, ob die erweiterten Kapazitäten zu langfristigen Partnerschaften mit Unternehmen und internationalen Forschungskonsortien führen.

Mit der Eröffnung in Athen setzt die Regierung ein sichtbares Zeichen für die Rolle der Forschung in der Wirtschaftsstrategie. Ob daraus tatsächlich ein nachhaltiger Export griechischer Technologiekompetenz entsteht, lässt sich erst mittelfristig beurteilen. Die Entwicklung wird an konkreten Projekten, Lizenzen, Ausgründungen und dem Beitrag zur digitalen Transformation der Verwaltung zu messen sein.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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