Vasilis Maglaras fordert ein nationales Industrial Deal für Griechenland mit einem klaren Zeithorizont bis 2035. In einem Interview mit Oikonomikos Tachydromos betonte der Industriepolitiker am 23. September 2026 die Notwendigkeit, Energiepreise zu senken, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und verlässliche Förderrahmen zu setzen, damit Investitionen in strategische Sektoren greifen können.
Als vorrangige Branchen nannte Maglaras Metall- und Metallurgie, Aluminium und Stahl, die Pharmaindustrie, die Verteidigungs- und Schiffbauindustrie, agrarverarbeitende Betriebe, Baustoffe, Chemie sowie Hersteller elektromechanischer Ausrüstung. Griechenland könne hier rasch Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen, wenn Planungssicherheit, geeignete Anreize und eine koordinierte Industriepolitik zusammenwirkten.
Auf der institutionellen Ebene schlägt Maglaras die Einrichtung eines Nationalen Rats für Industriepolitik vor, der messbare Ziele festlegt, Fortschritte überwacht und Ressortabstimmungen bündelt. Steuerliche Instrumente wie beschleunigte Abschreibungen könnten Investitionen vorziehen helfen. Konkrete Gesetzesinitiativen legte er nicht vor; sein Plädoyer zielt auf einen übergreifenden politischen Rahmen mit klaren Messgrößen und Fristen.
Ein entsprechender Kurswechsel wird auch in der Regierung diskutiert. Das Büro des Ministerpräsidenten hatte am 6. August 2026 die Aufwertung der Regierungs-Kommission für Industrie und die Notwendigkeit einer langfristigen Strategie betont. Vorgesehen ist demnach eine engere Koordination zwischen Ministerien und Produzentenverbänden, um Umsetzung und Rechenschaft zu stärken. Verbindlich verabschiedete Maßnahmen liegen dazu derzeit nicht vor.
Der wirtschaftliche Kontext ist eindeutig: Nach Jahren mit Schwerpunkt auf Tourismus und Dienstleistungen zielt die Debatte auf mehr industrielle Wertschöpfung, um Produktivität, Exporte und die Resilienz der Lieferketten zu erhöhen. Dazu wären Investitionen in Netzinfrastruktur, Speicher und Stromerzeugung nötig, um die Energiepreise für industrielle Verbraucher zu dämpfen. Ebenso entscheidend sind verlässliche, schlanke Genehmigungsverfahren sowie Förderkulissen, die privaten Kapitaleinsatz mobilisieren und gleichzeitig europäische Mittel hebeln.
Zugeschriebene Einschätzungen und offene Punkte bleiben klar getrennt: Die Forderungen stammen aus dem Interview mit Oikonomikos Tachydromos vom 23. September 2026. Die Regierungsstelle verweist seit August auf strategische Koordination. Ob und in welcher Form ein Industrial Deal kommt, hängt von gesetzlichen Umsetzungen, Haushaltsentscheidungen und der Einbindung europäischer Programme ab. Solange Finanzierungs- und Zeitpläne nicht festgelegt sind, bleibt die Initiative programmatisch.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).