Auf Kreta wird ab Freitagabend, 2. Oktober 2026, eine weitere Verschärfung des Wetters erwartet. Die Hellenic National Meteorological Service (EMY) warnt vor kräftigen Regenfällen und Gewittern vor allem über dem zentralen und nördlichen Bergland. Betroffen sein dürften unter anderem Lagen im Regionalbezirk Rethymno mit der Gemeinde Anogeia. Parallel werden stürmische bis örtlich orkanartige Nord- bis Nordostwinde über dem Ägäischen Meer und entlang der Nordküste Kretas gemeldet; es werden 8 bis 9 Beaufort nicht ausgeschlossen.
Als Grund nennen Meteorologinnen und Meteorologen ein Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer, das feuchte Luft über die Südliche Ägäis und gegen die Gebirge Kretas führt. Beim erzwungenen Aufsteigen kühlt die Luft ab und setzt schlagartig Niederschlag frei. Nach Einschätzung von Nikoleta Ziakopoulou (ERT News) erhöhen die bereits stark durchnässten Böden die Gefahr neuer Sturzfluten erheblich. Das gilt insbesondere für kurze, sehr intensive Schauer, die kleine Einzugsgebiete binnen Minuten überlasten können.
Die EMY rechnet damit, dass die stärksten Effekte bis in den Sonntagvormittag, 4. Oktober 2026, andauern können. Eine vorübergehende Wetterberuhigung sei danach wahrscheinlich, kurzfristige lokale Schwerpunkte mit Gewittern und Starkregen bleiben aber möglich. Der Katastrophenschutz mahnt zur Beachtung regionaler Warnungen, zur Vermeidung unnötiger Fahrten und dazu, Flussläufe, Unterführungen und Hanglagen während intensiver Niederschläge zu meiden.
Die jüngsten Messreihen verdeutlichen die Ausgangslage: In Anogeia wurden in den Vortagen außergewöhnlich hohe Regenmengen registriert, die lokal Werte von über 360 Millimetern binnen 48 Stunden erreichten. Diese Vorbelastung der Böden erhöht die Abflussdynamik und damit das Risiko abrupter Überschwemmungen sowie von Hangrutschungen. Straßensperrungen und vorbeugende Maßnahmen der Behörden sind daher möglich, genaue Entscheidungen treffen die örtlichen Stellen je nach Verlauf der Zellen.
Belastbare Angaben zu Schäden oder Opferzahlen liegen für die jetzt erwartete Unwetterphase noch nicht vor. Die Behörden verweisen darauf, dass seriöse Einschätzungen erst nach Durchzug der markantesten Niederschläge möglich sind. Klar ist jedoch: Die Kombination aus orographisch verstärktem Starkregen und stürmischem Nordwind kann die Lage rasch verschärfen. Eine genaue Beobachtung des Wetterverlaufs auf Kreta und in der Südlichen Ägäis bleibt bis Sonntagmorgen entscheidend.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).