Griechenland erhöht seine Exporte von Strom aus Wind und Sonne, Bulgarien beschließt Entlastungen für Unternehmen: Zusammen haben beide Länder im September 2026 die Großhandelspreise in Teilen der Balkanregion gedämpft. Darauf verweisen regionale Marktanalysen sowie Mitteilungen der Regierungen in Athen und Sofia.
In Griechenland hat das Ministerium für Umwelt und Energie am 8. September ein Paket vorgestellt, das geringere Endkundenpreise über mehrere Hebel anstrebt: mehr Einspeisung aus erneuerbaren Quellen, gezielte Förderung von Speichern, Netzausbau und die Absenkung einzelner Abgaben. Nach Angaben der Regierung stützt die höhere Verfügbarkeit von Wind- und Solarstrom die Nettoexporte, senkt Grenzpreise an gekoppelten Märkten und glättet die Volatilität. Handelsdaten aus der Region zeigen seit Jahresbeginn wiederholte Nettoexporttage Griechenlands.
Bulgarien flankiert diese Entwicklung politisch. Das bulgarische Parlament billigte am 17. September in erster Lesung Änderungen am Gesetz zu erneuerbaren Energien. Parallel setzte die Regierung in Sofia ein Programm zur Unterstützung nicht-haushaltlicher Endkunden für den Zeitraum vom 1. September 2026 bis zum 30. Juni 2027 in Kraft. Beides erweitert kurzfristig das verfügbare Angebot und federt Preisspitzen in verbundenen Teilmärkten ab.
Die Preismechanik ist bekannt: Erneuerbare Erzeugung hat niedrige Grenzkosten; steigt ihr Anteil, drücken die resultierenden Merit-Order-Effekte die Großhandelspreise, sofern Interkonnektoren ausreichend Kapazität bereitstellen. Von den jüngsten griechischen Nettoexporten profitierten laut Marktbeobachtern insbesondere Nachbarmärkte mit enger Kopplung. Medienberichte, darunter Ekathimerini, verweisen zudem auf fallende Preissignale in Bulgarien bei hoher Einspeisung aus Photovoltaik und Wind.
Grenzen bleiben: Netzengpässe, wetterabhängige Erzeugungsprofile, begrenzte Speicher sowie regulatorische Vorgaben bestimmen, in welchem Umfang sinkende Großhandelspreise bei Endkunden ankommen. Die griechische Seite nennt den beschleunigten Ausbau von Interkonnektoren und Speichern als Voraussetzung für eine dauerhafte Entlastung. Unabhängige Analysten betonen, dass saisonale Schwankungen und geopolitische Risiken Preisrückgänge jederzeit wieder umkehren können. Aussagen zu künftigen Preisniveaus sind daher Prognosen und als solche zu verstehen.
Für die kommenden Monate hängt die Stabilisierung vor allem von drei Faktoren ab: ausreichend verfügbare Übertragungskapazitäten, die Inbetriebnahme zusätzlicher Speicher und eine besser koordinierte Regionalpolitik. Gelingt der Ausbau, könnten die dämpfenden Effekte aus Griechenland und die unterstützenden bulgarischen Maßnahmen über den September 2026 hinaus wirken. Andernfalls bleibt der Preisvorteil auf Zeiten hoher Einspeisung und günstiger Netzlage begrenzt.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).