Griechenland hat am 1. Oktober 2026 den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat übernommen. Der Monatsvorsitz folgt der alphabetischen Reihenfolge der englischen Ländernamen und wechselt jeweils zum Monatsbeginn. Für Athen ist es das zweite Präsidiumsmandat während der laufenden zweijährigen Wahlmitgliedschaft 2025 bis 2026; bereits im Mai 2025 leitete Griechenland die Beratungen in New York.
Das griechische Außenministerium kündigte an, den Vorsitz für Verhandlungen über laufende Mandate und für Schwerpunktthemen wie den Schutz von Zivilisten, regionale Stabilität und humanitäre Folgen bewaffneter Konflikte zu nutzen. Zudem will Griechenland Debatten zu Querschnittsfragen anstoßen, darunter die Auswirkungen neuer Technologien auf Frieden und Sicherheit. Konkrete Initiativen und mögliche Resolutionen sollen sich im Verlauf des Monats auf Basis der Beratungen in New York herausbilden.
Die Amtsübernahme fällt in eine Phase erhöhter internationaler Spannungen. Mehrere Konflikte dauern an; zugleich laufen 2026 Gespräche im Umfeld der Vereinten Nationen über die Nachfolge an der Spitze des Sekretariats. Der Sicherheitsrat muss in den kommenden Wochen turnusgemäß über die Fortführung einzelner Missionen und Sanktionsregime entscheiden. Formell endet die griechische Mitgliedschaft im Rat am 31. Dezember 2026.
Mit dem Vorsitz koordiniert Griechenland die Tagesordnung, beruft Dringlichkeitssitzungen ein und führt Konsultationen zwischen den Delegationen. Bei der Aushandlung von Resolutionen übernimmt die Präsidentschaft Vermittlungsaufgaben, ohne die Entscheidungsregeln zu verändern: Beschlüsse bleiben von der Zustimmung der ständigen Mitglieder abhängig, deren Gegensätze den Handlungsspielraum des Gremiums begrenzen können.
Athen hatte seine Prioritäten bereits im Umfeld der UN-Vollversammlung skizziert, unter anderem in Reden und Presseerklärungen. Beobachter erwarten im Oktober 2026 mehrere thematische Briefings und offene Debatten unter griechischer Leitung. Welche Vorlagen tatsächlich zur Abstimmung gelangen, hängt von den Linien der Ratsmitglieder und der Entwicklung der Lagedossiers ab.
Die Präsidentschaft bietet Griechenland die Gelegenheit, eigene diplomatische Akzente zu setzen, etwa bei Fragen regionaler Stabilität im weiteren Umfeld Südosteuropas und des östlichen Mittelmeers, ohne vom Konsensprinzip im Rat abzuweichen. In der Praxis misst sich der Erfolg eines Monatsvorsitzes an der Fähigkeit, tragfähige Kompromisse zu organisieren, Eskalationen im Verfahren zu vermeiden und strittige Texte entscheidungsreif zu machen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).