Wirtschaft

Griechenland: Bis 2030 technisch mögliches Potenzial für 8,6 Gigawatt Batteriespeicher – Analysten rechnen mit 4 bis 5 Gigawatt

Branchenverband HELAPCO nennt ein Potenzial von 8,6 Gigawatt bis 2030; Aurora Energy Research erwartet dagegen realistisch 4–5 Gigawatt. Entscheidungsträger nennen Netzanschlüsse, Finanzierung und Genehmigungen als kritische Hürden.

Kurzmeldung

In Griechenland kursieren derzeit unterschiedliche Einschätzungen zur möglichen Ausbauleistung von Batteriespeichern bis zum 31. Dezember 2030. Der Branchenverband HELAPCO stellte auf einer Fachveranstaltung in Athen ein technisch und marktwirtschaftlich begründetes Potenzial von bis zu 8,6 Gigawatt installierter Leistung (etwa 25,7 Gigawattstunden Kapazität) in Aussicht. HELAPCO betont zugleich, dass dieses Szenario beschleunigte Genehmigungsprozesse, verlässliche Netzanschlüsse und bankfähige Finanzierungsmodelle voraussetzt.

Marktanalysten zeichnen ein zurückhaltenderes Bild. Die Beratungsfirma Aurora Energy Research, die in ihrer Methodik Unterschiede zwischen subventionierten und marktgetriebenen Projekten berücksichtigt, erwartet für Griechenland eher eine tatsächlich errichtete Kapazität von rund 4 bis 5 Gigawatt bis 2030. Als begrenzende Faktoren nennt Aurora insbesondere Engpässe bei Netzanschlüssen, Unsicherheiten bei Erlösmodellen für Merchant-Projekte und die eingeschränkte Bankfähigkeit von Anlagen ohne Absicherungsinstrumente.

Offizielle Planungen und Fördermaßnahmen der Regierung sowie Vorgaben im Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) bilden den Referenzrahmen; die im NECP verankerten Zielkorridore liegen in Teilen unterhalb der HELAPCO-Schätzung, enthalten aber ebenfalls mehrere Gigawatt an Speicherkapazität. Relevant für die Realisierbarkeit sind vier Handlungsfelder: erstens Finanzierungs- und Absicherungsmechanismen für Projekte, zweitens die Ausgestaltung der Erlösmechanik auf Großhandels- und Flexibilitätsmärkten, drittens die Bereitstellung von Netzanschlusskapazität durch den Übertragungsnetzbetreiber ADMIE und die Verteilnetzbetreiber sowie viertens beschleunigte und rechtsklare Genehmigungsverfahren.

Als besonders attraktiv gelten kombinierte Photovoltaik‑und‑Batterie‑Projekte, weil sie mehrere Erlösquellen verbinden und Netzengpässe abfedern können. Analysten und Verbandsvertreter sind sich einig, dass die Spannweite 8,6 Gigawatt versus 4–5 Gigawatt weniger eine technische als eine finanzielle und regulatorische Frage widerspiegelt. Entscheidend bleibt, wie schnell verbindliche Netzzusagen, verlässliche Förder- oder Hedging‑Instrumente und bankfähige Geschäftsmodelle umgesetzt werden.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk