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General Choupis zeigt dem deutschen Botschafter im Kerdylia-Museum ein Familienfoto

Bei den Gedenkfeiern in Nea Kerdylia führte Dimitrios Choupis den deutschen Botschafter Andreas Kindl durch das Museum und verwies auf das Foto seines Urgroßvaters, eines Opfers der Erschießungen vom 17. Oktober 1941.

Bei den Gedenkfeiern in Nea Kerdylia bei Serres hat der Chef des Generalstabs der griechischen Streitkräfte, General Dimitrios Choupis, den deutschen Botschafter Andreas Kindl durch das örtliche Gedenkmuseum geführt. Nach übereinstimmenden Berichten zeigte Choupis dem Botschafter vor einer Vitrine das Foto seines Urgroßvaters. Er gehörte zu den zivilen Opfern der Erschießungen, die deutsche Besatzungseinheiten am 17. Oktober 1941 in den Dörfern der Kerdylia verübten.

Der Auftritt des ranghöchsten Soldaten des Landes und des deutschen Botschafters verlieh der regionalen Gedenkveranstaltung eine nationale und diplomatische Dimension. Die Szene wurde als persönlich und symbolisch gewertet: Ein Familienbild aus dem Dorf, vorgelegt dem Repräsentanten des Landes der Täter, stand für die unmittelbare Verbindung von historischer Gewalt und heutiger Erinnerungspraxis. Politische oder rechtliche Schlussfolgerungen, etwa zu Entschädigungsfragen, waren damit nicht verbunden.

Historisch ist der Hintergrund gut belegt. Am 17. Oktober 1941 wurden in den Kerdylia männliche Einwohner als Vergeltungsmaßnahme zusammengetrieben und erschossen. Regionale Darstellungen nennen zwischen 230 und 238 Tote. Das Gedenkmuseum in Nea Kerdylia dokumentiert die Ereignisse mit Fotos, Dokumenten und Zeitzeugnissen. Die jährlichen Feiern erinnern an die Zerstörung der Siedlungen und an die Folgen der Besatzung in Ostmakedonien.

Die Anwesenheit von Dimitrios Choupis entspricht der Praxis, dass hohe Militär- und Regierungsvertreter an wichtigen Jahrestagen teilnehmen. Choupis führt seit 2025 den Generalstab der griechischen Streitkräfte, der in Griechenland mit der Abkürzung GEETHA firmiert. Die deutsche Botschaft in Athen führt Andreas Kindl als amtierenden Botschafter. Beide Rollen waren im Vorfeld der Gedenkveranstaltungen öffentlich bestätigt worden.

Aus journalistischer Sicht ist zwischen belegten Tatsachen und Zuschreibungen zu unterscheiden. Belegt sind Zeitpunkt und Ort der Feiern in Nea Kerdylia, die Teilnahme von Dimitrios Choupis und Andreas Kindl sowie der Hinweis des Generals auf das Foto seines Urgroßvaters im Museum. Zuschreibend sind Deutungen, die der Geste einen über die Erinnerung hinausgehenden politischen Gehalt beimessen. Prognosen, wie sich deutsch-griechische Beziehungen dadurch verändern könnten, liegen nicht vor. Die Veranstaltung zielte erkennbar auf das Gedenken an die Opfer und die Pflege der historischen Erinnerung in Serres; die Einbindung hochrangiger Teilnehmer verlieh ihr zugleich überregionale Aufmerksamkeit.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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