Wirtschaft

Eurobank sieht vier Gründe für anhaltend hohe Inflation in Griechenland

Eine neue Analyse von Eurobank Research nennt Energieabhängigkeit, Marktengpässe, starke Dienstleistungen und Kostenauftrieb als Treiber, warum Griechenlands Inflation über dem Euroraum bleibt.

Eurobank Research führt die anhaltend höhere Inflation in Griechenland auf vier miteinander verknüpfte Schwachstellen zurück. In der aktuellen Ausgabe des Wochenbulletins 7 Emeres Oikonomia nennt die Bank als Treiber eine hohe Energieabhängigkeit vom Ausland, strukturelle Engpässe auf Produktmärkten, eine besonders dynamische Preisentwicklung im Dienstleistungssektor sowie steigende Lohn- und sonstige Kosten, die die Kerninflation stützen.

Erstens macht die ausgeprägte Importabhängigkeit bei Energie Griechenland anfälliger für Preisschocks auf internationalen Märkten. Eurobank verweist dabei auf die jüngsten Ausschläge bei Öl- und Gasnotierungen im Zuge geopolitischer Spannungen. Zweitens identifiziert die Analyse strukturelle Verwerfungen in Lieferketten und unzureichenden Wettbewerb in Teilen der Produktmärkte. Diese Faktoren verzögern Preisanpassungen nach unten und verfestigen Angebotsschocks in dauerhaft höheren Niveaus.

Drittens trugen Tourismus- und Verkehrsleistungen überdurchschnittlich stark zum Preisdruck bei. Nach Darstellung von Eurobank ist der Beitrag des Dienstleistungssektors zur Teuerung in Griechenland höher als im Euroraum insgesamt. Viertens verstärken aufwärtsgerichtete Kostenimpulse, darunter Löhne und sonstige Vorleistungen, die Kerninflation. Dadurch steigt das Risiko, dass Preissteigerungen persistenter bleiben, als es reine Energieschocks vermuten ließen.

Zur Einordnung verweist Eurobank auf vorläufige Daten von Eurostat und nationale HICP-Reihen bis einschließlich September 2026. Demnach lagen die Jahresteuerungsraten in Griechenland zuletzt über dem Durchschnitt des Euroraums, wobei Energiekomponenten und servicespezifische Teilindizes die Haupttreiber waren. Die Bank warnt deshalb vor der Fehleinschätzung, Inflation in Griechenland sei primär ein vorübergehendes Phänomen; die Kombination aus externen Preisschüben und inländischen Marktstrukturen verlängere den Anpassungspfad.

Politische Schlussfolgerungen trennt Eurobank klar von der Diagnose. Kurzfristig hält die Bank gezielte Entlastungen für besonders belastete Haushalte für sinnvoll. Mittelfristig empfiehlt sie Reformen zur Stärkung des Wettbewerbs auf Produktmärkten, Investitionen in Infrastruktur und erneuerbare Energien, um die Energieabhängigkeit zu senken, sowie Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität, damit Lohnzuwächse mit der Wertschöpfung Schritt halten. Konkrete Prognosewerte nennt das Bulletin nicht; die Einschätzungen werden als Szenarien formuliert, nicht als Sicherheiten.

Die Befunde wurden am 9. Oktober 2026 von mehreren griechischen Wirtschaftsmedien aufgegriffen. Die Originalanalyse erschien im Wochenbulletin 7 Emeres Oikonomia von Eurobank Research.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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