Griechenlands Warenhandel mit der Türkei schloss 2025 mit einem Defizit von 1,807 Milliarden Euro. Das geht aus dem am 23. Oktober 2026 veröffentlichten Jahresbericht des Büros für Wirtschaftliche und Handelsangelegenheiten der griechischen Botschaft in Ankara hervor. Demnach standen Einfuhren aus der Türkei von 2,844 Milliarden Euro Ausfuhren in Höhe von 1,037 Milliarden Euro gegenüber.
Der Bericht verzeichnet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme der Einfuhren um 3,76 Prozent, während die Ausfuhren um 6,6 Prozent zurückgingen. Als Gründe nennt die Auswertung eine höhere Wettbewerbsfähigkeit türkischer Exportwaren sowie administrative und technische Marktzugangshürden für griechische Produkte. Die Autoren sehen darin strukturelle Faktoren, die den bilateralen Warenverkehr zulasten griechischer Anbieter verschieben.
Ergänzend beleuchtet der Bericht die Investitionsbeziehungen. Türkische Direktinvestitionen in Griechenland stiegen 2025 laut zusammenfassender Berichterstattung von Naftemporiki auf 237 Millionen Euro. Die Mittel flossen demnach vor allem in Immobilien, touristische Infrastruktur und Marina-Projekte. Gleichzeitig weist das Dokument darauf hin, dass hohe Energiepreise in Griechenland die Attraktivität für industrielle Neuinvestitionen dämpfen könnten.
Für die griechische Exportwirtschaft ergeben sich daraus Belastungen in Branchen mit traditionell engem Türkei-Geschäft. Die Verfasser empfehlen, Wettbewerbsnachteile – insbesondere bei Energiekosten – anzugehen und Marktzugangshindernisse abzubauen. Als Felder mit Kooperationspotenzial werden Energieprojekte, Logistik, Wasserverarbeitung und Kreislaufwirtschaft genannt. Diese Perspektiven stehen laut Bericht jedoch unter dem Vorbehalt, dass regulatorische und wettbewerbliche Hürden reduziert werden.
Der Befund hat in der griechischen Wirtschaftsberichterstattung Widerhall gefunden. Medien wie Sofokleousin.gr nahmen die Angaben auf und verweisen auf den von der Auslandsverwaltung des Außenministeriums veröffentlichten Jahresbericht. Konkrete Prognosen zu künftigen Handelsströmen oder Investitionsvolumina enthält das Dokument nicht; die weitere Entwicklung hänge vielmehr von Energiepreisen, Wechselkursen und regulatorischen Entscheidungen ab.
Mit dem aktuellen Bericht liegt erstmals eine konsolidierte Bilanz des Jahres 2025 zu den Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen Griechenland und der Türkei vor. Sie zeichnet das Bild einer wachsenden Schieflage im Warenhandel und unterstreicht Handlungsbedarf, um die Position griechischer Anbieter im Nachbarland zu stärken.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).