Kurzmeldung
Sechzehn nationale und regionale Industrie- und Branchenverbände haben am 24. September 2026 in einer gemeinsamen Erklärung die griechische Regierung zu schnellen Entlastungen für energieintensive Produktionsbetriebe aufgefordert. Als vorrangiges Ziel nennen die Unterzeichner die Aktivierung des europäischen Instruments CISAF, wie es durch das ergänzende METSAF-Programm erweitert wurde, um mehr als 700 verarbeitende Unternehmen mit hohem Energiebedarf einen planbaren Dreijahres-Zeithorizont gegen Strompreisspitzen zu geben.
Die Verbände verlangen daneben, dass ein erheblicher Anteil staatlicher Hilfen an Investitionen in Energiespeicherung, Flexibilitätsmaßnahmen, Energieeffizienz und Dekarbonisierung gekoppelt wird; vorgeschlagen wird, 50 Prozent der Unterstützung zweckgebunden zu reinvestieren. In der Liste der Unterzeichner finden sich sowohl überregionale Verbände als auch regionale Kammern und Fachverbände, darunter das Handels- und Industriekammernetzwerk in Thessaloniki sowie Verbände der Papier-, Chemie- und Metallindustrie.
Mehrere nationale Medien berichteten zugleich, dass der landesweit einflussreiche Wirtschaftsverband SEB (Syndesmos Epicheiriseon kai Viomichanion) der gemeinsamen Erklärung nicht beigetreten sei; SEB kündigte stattdessen an, seine Gesprächskanäle zur Regierung offenhalten zu wollen und bei seiner Generalversammlung am 6. Oktober detailliert Stellung zu nehmen. Diese Differenzierung ist relevant für die politische Gewichtung der Forderung.
Die Regierung prüft nach Medienberichten Erweiterungen des bestehenden Schutzrahmens, der bislang vor allem sehr große, energieintensive Großverbraucher abdeckt. Wirtschaftspolitiker sprechen von der Möglichkeit befristeter nationaler Maßnahmen in Verbindung mit verfügbaren EU-Instrumenten.
Kurzfristig richtet sich der politische Fokus auf haushaltspolitische Entscheidungen und die konkrete Ausgestaltung möglicher Entlastungsmaßnahmen; mittelfristig geht es um die Umsetzung von Projekten zur Stabilisierung der Stromkosten und zur Verringerung der Abhängigkeit von volatilen Energiemärkten. Die gemeinsame Erklärung der 16 Verbände ist der aktuelle Nachrichtenanlass; ihre Wirkung hängt nun von Gesprächen zwischen Verbänden, Regierung und Europäischer Kommission ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).